Raumschif Rollerprise (3): Mission Reststoffentsorgung

Rollanier und Fußone küssen sich

von Annette Schwindt

Die Welt der Fußonen… unendliche Weiten… wir befinden uns in der Gegenwart…
dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Rollerprise, das Lichtjahre von der
Integration entfernt ist, um die Rollanier und die Fußonen einander näher zu bringen:

Logbuch des ersten Offiziers, Sternzeit: Sonntagabend 18.23 Uhr.

Mission: Reststoffentsorgung.

18.24 Uhr: Auf dem Weg zu unserer Raumbasis durch den Hyperraum meldet Käptn kritischen Druckanstieg seiner durch Nahrungsaufnahme und –verarbeitung entstandenen Reststoffkonzentration.

18.25 Uhr: Suchen nach geeigneter Raumstation in diesem Sektor. Druck steigt weiter und nähert sich kritischem Zustand.

Alarm gelb!

18.30 Uhr: Noch fünf Lichtjahre bis zur nächsten Andockmöglichkeit, kritischer Zustand beinah erreicht.

Alarm orange!

18.35 Uhr: Kommen in letzter Sekunde in fußonischer Raumstation an. Stellen mit Freude fest, dass hier sogar eigene Reststoffentsorgungsandockstationen für Rollanier vorhanden sind. Käptn rettet die bereits in Giftgaswolke gehüllte Rollerprise durch Starten des Reststoffentsorgungsprogramms.

18.40 Uhr: Habe als erster Offizier Stellung auf der Brücke bezogen um auf Rückkehr des Käptns zu warten. Inspiziere Andockstation derweil aus der Umlaufbahn, um mehr über die fußonische Bauweise zu erfahren.

19.03 Uhr: Erhalte Hilferuf von Käptn, schreckliches Getöse, dann endet die Verbindung ins Innere der Station abrupt.

Rettungsteam zusammenstellen!

19.05 Uhr: Versuche Verbindung zu Käptn durch Schallwellen zu seinem letzten bekannten Standort wiederherzustellen.

Vergeblich.

19.10 Uhr: Fußonen schicken auf meinen Notruf hin Sicherheitsexperten, um Käptn aus der Andockstation zu befreien. Finden Käptn in besorgniserregendem Zustand vor. Anscheinend wurde er Opfer einer Flutwelle mit anschließendem Hitzesturm.

Bericht des Käptns, Sternzeit: Sonntagabend 19.15 Uhr: Bin der Gefahr gerade noch entkommen.
Nach Start des Reststoffentsorgungsprogramms Sternzeit 18.35 Uhr zunächst alles planmäßig verlaufen. Gegen Ende der Mission jedoch plötzlich Probleme aufgetreten. Offenbar gibt es eine Subraumverzerrung innerhalb der fußonischen Andockstation, die das genannte Phänomen hervorruft

19.48 Uhr: Sind nach fußonischer Entschuldigungszeremonie der Subraumverzerrung auf den Grund gegangen. Sicherheitsexperte erklärt, dass Fußonen den Rollaniern nur behilflich sein wollen. So wird bei der kleinsten Bewegung des zuständigen Reststoffentsorgers Richtung Schleuse automatisch eine zweistufige Subraumverzerrung eingeleitet, die dem Rollanier die für Fußonen umständlich anmutende traditionelle Reinigungszeremonie erleichtern soll. Dabei wird zunächst ein gezielter Reinigungsstrahl in die reststoffabsondernden rollanischen Körperregionen abgegeben, auf den ein mit starkem Temperaturanstieg verbundenes Trockenblasen folgt.

Anmerkung:
Wie wir erfahren planen die Fußonen gar vollautomatische Reststoffentsorgungsstationen für alle Spezies, die nur noch nach temporalen
Parametern funktionieren und sich nach Benutzung in ein schwarzes Loch auflösen sollen!

19.54 Uhr: Käptn erkennt Bedrohung für die rollanische Spezies und gewährt daher
fußonischem Sicherheitsexperten Zugang zu allen relevanten Informationen über
rollanische Reststoffentsorgung. Bitten um Modifizierung der Reststoffentsorgungsautomatik und Weiterleitung an alle anderen Stationen. Sind uns jedoch nicht sicher, ob unsere Beratung bei den Fußonen langfristig zu Veränderungen führt.

Käptn erinnert an oberste Direktive: Nachsicht üben!

20.13 Uhr: Verlassen die Fußonenstation über allgemeine Hyperraumschleuse.
Werden in Zukunft solche Stationen meiden. Geben nach Verlassen der fußonischen Scannerreichweite Warnung an obersten Rat der Rollanier durch und gehen auf Warp… Energie!

 

Text: Creative Commons License Titelbild © Annette Schwindt

Annette Schwindt
Ich mach was mit Schreiben und begleite andere dabei, ihre Kommunikation aufzubauen oder zu verbessern. Interesse an einer Zusammenarbeit? Außerdem engagiere ich mich für Inklusion Vor allem bin ich eins: Ein Mensch! - Beiträge per Mail abonnieren -

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.