Wohin geht es mit dem Bloggen? – Ein Gespräch mit Falk Hedemann

Falk Hedemann

Annette SchwindtHallo Falk und vielen Dank, dass Du Dich zu diesem Gespräch bereit erklärt hast, in dem es sich darum drehen soll, wohin es mit dem Bloggen geht. Du gehörst ja wie ich zu denen, die ihr Blog noch über den Inhalt definieren und nicht nach „Klicks und Kohle“, wie Du das neulich so schön nanntest. Kürzlich hast Du einen Blogbeitrag veröffentlicht, in dem es darum geht, doch einfach mal seinen gesunden Menschenverstand einzuschalten, statt auf dubiose Gebrauchswanweisungen zu hören – denn es gibt nunmal kein Pauschalrezept, auch wenn das einige noch so hartnäckig in die Welt schreien. Was hältst Du von den Bloggern/Blogs, die sowas versprechen, und gehören wir mit unserer Einstellung echt zum alten Eisen?

Falk HedemannErst kürzlich bin ich in einer Facebook-Gruppe zum Thema „Bloggen“ mal wieder über eins dieser Seminarangebote „Ich bin mit meinem Blog reich geworden – Du kannst das mit meiner Hilfe auch!!!“ gestolpert. Da wird also tatsächlich suggeriert, dass der Erfolg beim Bloggen nach einem festen Schema planbar ist. Das ist nicht nur nach meiner persönlichen Überzeugung Unsinn, sondern widerspricht auch den Beobachtungen, die ich bei meiner Arbeit mit Unternehmen immer wieder mache. Jedes Blog ist anders. Konzepte erfolgreicher Blogs lassen sich nicht eins zu eins auf andere Themengebiete und andere Leser (Zielgruppen) übertragen. Wer zum Blogger werden will, sollte dies zunächst aus einem inhaltlichen Antrieb heraus tun, ohne Monetarisierungsabsicht. Wenn man für ein Thema richtig brennt und Interessantes zu schreiben hat, dann kommen die Möglichkeiten zur Refinanzierung von alleine.

Und zu Deiner zweiten Frage: Gehören wir zum alten Eisen? Also Altmetallhändler haben ja seit einigen Jahren wieder Konjunktur, daher würde ich mir bei einem Ja als Antwort auch keine großen Sorgen machen. 😉 Aber im Ernst: Wir beide haben mehrere „Die-Blogs-sind-tot“-Zeiten überstanden und kennen noch die Zeiten, in denen man über Blogbeiträge Dialoge geführt hat. Ich glaube einfach, dass unsere Art des Bloggens zeitlos ist, während die reinen Monetarisierungsblogs von vielen externen Entwicklungen abhängig sind (z.B. Adblocker). Mir geht es um einen Wissenstransfer, um Anregungen für Diskussionen, um Dialog – wenn das zum alten Eisen gehört, dann haben wir ein digital-gesellschaftliches Problem.

Du gehörst ja auch zu den Bloggern, die gerne ihr Wissen teilen: Warum verkaufst Du Dein Wissen nicht lieber? Und warum starten heute so viele Blogger mit Monetarisierungsabsicht?

Ich komme ursprünglich aus dem Journalismus bzw. vom literarischen Schreiben. Außerdem habe ich HTML und CSS gelernt, als das massentaugliche Publizieren via Social Media oder WordPress noch nicht zur Verfügung stand, sondern man seine Websites noch selbst geschrieben hat. Mein Blog habe ich dann so wie Du aus inhaltlichem Antrieb und aus Neugier gestartet, weil ich meinen Weg ins Social Web dokumentieren und andere daran teilhaben lassen wollte. So wie andere mich durch ihre Aktivitäten dorthin gebracht hatten. Der Austausch auf Augenhöhe stand im Vordergrund, nicht das Pushen der eigenen Marke. Es gab sowas wie eine Bloggerethik, die man nicht groß aussprechen musste.

Mit zunehmender Massentauglichkeit der digitalen Veröffentlichungsmöglichkeiten schwemmten dann aber immer mehr Leute online, die sonst vielleicht nie etwas veröffentlicht hätten. Das ist zum einen natürlich als Demokratisierungsprozess eine gute Sache. Zum anderen bringt es aber auch selbsternannte Experten hervor, die schnelles Geld wittern. Die basteln sich dann ein paar Pauschalrezepte zusammen, die man schön in Beratersprech verpackt, und ab die Lotte.

Das Digitale verunsichert die Leute. Und je überwältigender die Herausforderungen, umso größer das Bedürfnis nach einer einfachen Lösung. Das war doch schon immer so und deshalb gibt es auch immer Quacksalber, die den Leuten die Wunderpille versprechen, genau wie es Leute gibt, die auf sie reinfallen. Dank Social Web können Sie jetzt nur gezielter schreien.

Was glaubst Du, woher die ganzen selbsternannten Experten kommen? Äh, nee, das heißt ja jetzt Influencer, oder? 😉

Falk HedemannIch glaube, diese selbsternannten Experten gab es schon immer, sie wechseln nur alle paar Jahre das Pferd, wenn sie eins wieder totgeritten haben. Es fing mit den Domaingrabbern an, die dann zu SEO-Experten wurden (wobei es da auch wirklich gute Experten gibt!), anschließend war Social Media dran und dank des Content-Marketing-Hypes sind jetzt verstärkt Blog-Experten unterwegs.

Es gibt einfach zu jeder Zeit Menschen, die aus fehlendem Wissen anderer Profit schlagen wollen, ohne ihnen dabei wirklich zu helfen. Wir sehen das bei jedem neuen Hype. Quasi in Echtzeit positionieren sich die ersten Experten und versuchen sich ihren Claim abzustecken. Wer etwas genauer hinschaut, kann solche Experten aber auch schnell enttarnen. Beispielsweise scheint es ein Gesetz zu sein, dass sie einen Erfolg (worin auch immer) garantieren können. Ich kann nur garantieren, dass es einen garantierten Erfolg in der digitalen Kommunikation und im Digital Business nicht gibt.

Die Sache mit den Influencern ist dagegen hochspannend, wie ich finde. Lässt man sich nicht sofort vom Hype blenden, kann man dahinter die für mich größte Errungenschaft des Internets erkennen: Die Demokratisierung der Kommunikation. Die öffentliche Meinung konnten in der Vor-Internet-Zeit nur Personen beeinflussen, die aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung eine große Masse erreicht haben. Das waren beispielsweise Politiker, bekannte Persönlichkeiten und auch Journalisten. Heute sind für die öffentliche Meinung viel mehr Personen wirksam. Ich begrüße das sehr, obwohl damit auch wieder neue Probleme auftauchen, wie beispielsweise manipulative Falschmeldungen oder einfach nur schwer zu überprüfenden Berichte.

Allerdings wird mir bei den Influencern noch zu oft Reichweite mit Relevanz verwechselt. Nur weil ein Model eine Million Follower bei Instagram hat, wird sie außerhalb ihrer Zielgruppe und ihres Themenfeldes nicht spielend leicht einen Einfluss ausüben. Da entstehen dann relativ geschlossene Einfluss-Blasen, die sofort zerplatzen, wenn sie in fremdes Terrain kommen. Aber die zahlreichen Blasenphänomene sind wieder ein Thema für sich; das wäre locker ein Buchprojekt. Das bekannteste Blasenphänomen ist ja das der Filterblase. Wie gehst Du damit um, dass Dich einige Themen gar nicht erreichen, weil Du nur mit Personen kommunizierst, die sich für ähnliche Themen interessieren wie Du?

Annette SchwindtIst das mit der Filterblase wirklich neu? Man hat doch schon immer nur bestimmte Medien konsumiert. Der Süddeutsche-Leser kauft nicht unbedingt die FAZ oder die Bild, online kann ich aber Artikel von allen mitkriegen, wenn es um ein Thema geht, das mich interessiert. Und dank vieler verschiedener Projekte und einer großen Followercommunity werde ich immer wieder mit Dingen konfrontiert, die ich sonst vermutlich nicht mitbekommen hätte.

Ich denke, es kommt darauf an, wie man sich seinen Informationseingang strukturiert. Nur machen sich eben viele nicht die Mühe, was zum einen an Bequemlichkeit liegt, zum anderen an mangelndem technischen Verständnis. Wenn ich nicht begreife, was ein Feed ist und wie ich den mit anderen Nachrichtenströmen zusammen organisiert kriege, dann wird es halt schwierig.

Da sind wir aber wieder beim Ausgangsproblem: Wenn ich die Leute zu Eigenverantwortung und Selbstmanagement aufrufe, indem ich ihnen die Grundlagen zeige und wie man die Informationsflut in den Griff kriegen kann, dann ist das eben nicht der leichte Weg. Den x-ten Dienst abonnieren, der mir das abnimmt, und damit natürlich in der Filterblase landen, ist halt bequemer.

Man könnte auch einfach nen Feedreader benutzen, oder sich seine Vernetzungen in Facebook und Co. in Listen organisieren. In Google+ haben das alle so gemacht, weil man es da muss. In Facebook und Twitter ist es ein Kann und wird daher auch kaum gemacht. Und Feedreader oder Bookmarks kennt außer den Fachleuten kein Mensch, oder? Ich hab mal eine Zeit lang versucht, meine Beiträge im Social Web via Bookmark-Feeds thematisch sortiert zum Abonnieren anzubieten. Hat keinen interessiert, weil keiner das Prinzip kapiert hat. Mit meinen öffentlichen Interessenlisten in Facebook komme ich auch nur unter dem Gesichtspunkt „den bösenbösen Algorithmus austricksen“ an den Leser.

Für Blogs empfehle ich außerdem das Artikelabo per Mail anzubieten, denn das versteht jeder – auch wenn es manche dann für einen Newsletter halten. Allerdings nicht per nervigem Pop-Up, das mich überall anspringt, sondern fest bei den Links zu den Social-Media-Profilen. Das kommt gut an.

Wie bist du abonnierbar und wie organisierst Du Deinen eigenen Informationseingang und das Wiederfinden von Beiträgen? Was rätst Du Deinen Kunden in Sachen Informationsmanagement? Gerade auch hinsichtlich Blogs?

Falk HedemannWas die Filterblase angeht, stimme ich Dir zu – vor allem, dass sie auf Bequemlichkeit beruht. Allein schon deshalb kann sie gar nicht neu sein, denn Bequemlichkeit kennen wir schon etwas länger. 😉 Damit habe ich leider immer wieder auch in meinen Projekten zu tun. Egal, ob es nun um Themenfindung, den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus oder auch Influencer Marketing geht, immer ist dafür ein intelligentes Informationsmanagement wichtig. Das dann in die Köpfe der Verantwortlichen in den Unternehmen zu bekommen, ist gar nicht so leicht. Das habe ich anfangs tatsächlich total unterschätzt; vermutlich, weil ich selbst seit vielen Jahren mit der Informationsflut umgehen muss und ich mir darüber mittlerweile gar keine Gedanken mehr mache.

RSS ist zum Beispiel eine grandiose Technologie. Sie ist für beide Seiten, also Sender und Empfänger, gleichermaßen einfach einsetzbar und liefert einen echten Mehrwert. Und dennoch hat sie sich nie richtig durchsetzen können. In vielen Blogs ist das früher sehr prominent platzierte RSS-Icon auch schon in den Footer gerutscht oder sogar ganz verschwunden.

Bevor ich meine Kunden in Sachen Informationsmanagement berate, schaue ich mir zunächst mal an, wie sie digital aufgestellt sind und wie sie arbeiten. Wer sich z.B. noch E-Mails ausdruckt (ja, die gibt es noch!), dem muss ich keine Newsletter empfehlen. In großen Unternehmen muss man zudem schauen, welche Tools eingesetzt werden (dürfen). Was sich als ganz praktisch erwiesen hat, ist eine Verknüpfung von externer Kommunikation und Informationsmanagement. Führe ich beispielsweise Twitter zur externen Kommunikation ein, dann zeige ich gleich dazu, wie man mit Werkzeugen wie Tweetdeck ein mediales Branchen-Monitoring aufsetzen kann. So gibt es für ein neues Tool gleich zwei Verwendungen, was die Nutzung deutlich ansteigen lässt.

Neben Twitter-Listen setze ich auch Dienste wie Nuzzel ein, die mir aus meinen sozialen Kanälen die wichtigsten Beiträge herausfiltern. Das ist dann aber eher ein Aggregationsmodell für Fortgeschrittene, denn dafür ist eine gute Vernetzung notwendig.

Was das Wiederfinden von Beiträgen angeht: Nachdem das Social Bookmarking irgendwie aus der Mode gekommen ist, mache ich das wieder sehr traditionell. D.h. ich habe in meinem Browser tausende Bookmarks in hunderten von Ordnern thematisch abgelegt. Da mein Browser das mit all meinen Geräten synchronisiert, passt das ganz gut für mich.

Mein eigenes Blog ist per RSS abonnierbar, aber gefühlt nutzen das nur wenige Leser. Die meisten Besucher bekomme ich über meine sozialen Kanäle, über die ich meine Beiträge verteile. Beim UPLOAD Magazin gibt es neben RSS auch einen Newsletter, beides liefert vollständige Artikel aus. Insgesamt muss man aber auch sagen, dass die eingesetzte Technologie nur einen Teil ausmacht. Viel wichtiger ist eine gute Vernetzung, die neue Beiträge über Shares und Retweets viel weiter streut, als es Push- oder Pull-Technologien könnten.

Was ich sehr bedauere, ist, dass der Referrer-Traffic (also Verweise aus anderen Blogs) in den letzten Jahren sehr stark zurückgegangen ist. Es wird ganz einfach kaum noch verlinkt, selbst wenn Beiträge einen klaren Bezug zu einem anderen Blogbeitrag haben. Das gibt es fast nur noch bei Blogparaden. Oder auch bei Scrapern, die dir deinen ganzen Beitrag ungefragt 1:1 übernehmen und über interne Verlinkungen einen Pingback auslösen.

Hast Du eine Idee, wie wir Dinos die Diskussionskultur von früher jenseits von Blogparaden wiederbeleben können? Und wo findest Du eigentlich Deine Themen? Nur in Deiner täglichen Arbeit? Oder was inspiriert Dich sonst?

Annette SchwindtNa, das hier ist doch schon mal ein Dialog (statt dem sonst in Blogs üblichen Monolog), der hoffentlich zu Diskussionsbeiträgen führen wird! 😉 Zum Diskutieren habe ich diese Gesprächs-Rubrik ja überhaupt erst in meinem Blog eingeführt. Und einige meiner Gesprächspartner haben sie daraufhin auch schon in ihren Blog aufgenommen. Es steckt also bereits an. 😉

Themen finde ich tatsächlich im täglichen Austausch mit meinen Followern, Kunden und Kollegen. Wenn zum Beispiel dieselbe Frage innerhalb kurzer Zeit immer wieder an mich herangetragen wird, greife ich das natürlich auf. Nicht immer im Blog, manchmal nur auf der Facebookseite, je nach Thema. Wenn ich bei Beratungen zum wiederholten Mal von denselben Mythen oder Problemen höre, dann verarbeite ich auch das im Blog und verweise künftig darauf, wenn ich wieder in dieselbe Situation komme. Oder ich habe gerade etwas selbst ausprobiert und für nützlich befunden, das ich dann als Blogartikel an andere weitergeben möchte. So kommuniziere ich das auch, als Teilen von Wissen zum Zweck des Austauschs und damit Weiterlernens für beide Seiten.

Meiner Erfahrung nach kann man gar nicht zuviel Wissen teilen. Es ist mir noch nie passiert, dass jemand gesagt hätte „Beratung brauche ich nicht, steht ja in Ihrem Blog“. Vielmehr wenden sich Hilfesuchende mit Beratungsanfragen an mich, gerade weil in meinem Blog steht, wie es geht. Im Standardfall haben sie mich nämlich via Suchmaschine oder persönlicher Weiterempfehlung gefunden. Und das ganz ohne Werbeanzeigen oder X-Schritte-Programm. 😉

Welche Rolle spielt Dein Blog wenn es darum geht, dass Dich Kunden finden?

Falk HedemannIch muss zugeben, dass ich das noch nicht professionell analysiert habe. Allerdings habe ich bei zwei Projekten in der letzten Zeit einen gewissen Zusammenhang zwischen meinen Bloginhalten und der Anfrage festgestellt. Zunächst wurde ich aus meinem Netzwerk heraus empfohlen. Das ist für mich immer noch der wichtigste Faktor bei der Akquise. Doch alleine auf Empfehlungen setzen Unternehmen bei Projekten ab einer gewissen Größenordnung nicht mehr. Sie versuchen, sich auch selbst ein Bild zu machen, und dann ist es einfach gut, wenn man ein eigenes Blog hat, auf dem man nützliche Informationen veröffentlichen kann. So können sich die Projektverantwortlichen gleich einen guten Überblick verschaffen und bekommen einen ersten Eindruck davon, wie ich ticke. Mir hilft es auch dabei, die Projektanfragen in bestimmte Bahnen zu lenken.

Ich teile übrigens Deine Erfahrung beim Teilen von Wissen. Damit macht man sich keinesfalls überflüssig. Zum einen teilt man nie sein gesamtes Wissen, sondern immer nur Puzzleteile – und wir alle wissen ja, wie nervig es ist, wenn man ein Puzzle nicht fertig bekommt, weil ein Teil fehlt. 😉 Zum anderen geht es auch gar nicht immer um das Wissen an sich. Das ist oft bereits im Unternehmen vorhanden, aber entweder hat der interne Experte keine Zeit für die Umsetzung, oder er hat intern nicht das nötige Standing. Wenn dann jemand von außen als Experte engagiert wird, geht die Umsetzung oft viel reibungsloser. Ein weiterer Vorteil ist eine unabhängige Sichtweise. Mir ist es viel eher möglich, die Perspektive der Zielgruppe einzunehmen und beispielsweise beim Content Marketing Themen zu finden, die für die Kunden wirklich interessant sind.

Aber zurück zum Bloggen! Ich habe in der letzten Zeit ein bisschen mit Medium experimentiert. Es gab einfach ein paar Themen, bei denen mir die Finger juckten, die aber nicht wirklich zu den Themen auf meinem Blog passten. Hast Du schon mal das Bloggen auf Medium ausprobiert? Hast Du generell eine Meinung zum „Auswärts-Bloggen“?

Annette SchwindtWeißt Du, was mir gerade auffällt? Wir sagen beide noch DAS Blog – auch daran erkennt man wohl, wie lang wir schon dabei sind. 😉 Manche der Garantieschreier können nicht mal ein Blog von einem Blogpost unterscheiden und schreiben dann sowas wie „Ich habe heute einen Blog geschrieben“ und ihre Follower übernehmen das dann. O tempora, o mores! 😉

Aber zurück zu Deiner Frage: Unter „Auswärts Bloggen“ verstehe ich das Gastschreiben im Blog von jemand anderem. Und das mit Medium hatte ich ja schon in meinem Bloggespräch mit Christa Goede gestreift. Für mich persönlich ergibt es keinen Sinn, noch einen weiteren Dienst zum Bloggen zu nutzen, wenn ich bereits verschiedene selbstgehostete Blogs habe. Aber damit bin ich halt die Ausnahme. Was hier auf „In Sachen Kommunikation“ nicht passt, geht in eines meiner anderen Blogs, oder legt sogar den Grundstein für ein eigenes neues Blogprojekt.

Nach dem, wie es mit Posterous ausging, und den Aufs und Abs um andere solche abgespeckte Blog-Plattformen, wäre es mir ehrlich gesagt auch zu unsicher, sowas fremdgehostet zu machen. Von den fehlenden technischen Anpassungsmöglichkeiten in Sachen Anbindung zu Social ganz zu schweigen. Höchstens noch wordpress.com wegen der zahreichen dazubuchbaren Optionen, die es da inzwischen gibt, und wegen der leichten Überführbarkeit ins Selbstgehostete.

Lieber Falk, so langsam müssen wir mal zum Ende kommen. Das war mit Abstand mein längstes Bloggespräch bisher und es hat richtig Spaß gemacht! Wahrscheinlich könnten wir noch ewig so weitermachen. 🙂 Möchtest Du zum Abschluss den Lesern, die bis hierher durchgehalten haben, noch etwas zum Thema „Wohin geht es mit dem Bloggen?“ mit auf den Weg geben?

Falk HedemannMir hat es auch super viel Spaß gemacht! Und wie ich neulich schon bloggte: Der Inhalt bestimmt die Länge! Ich denke, das Thema war einfach so interessant und diskussionswürdig, dass die Länge gerechtfertigt ist. 😉

Was möchte ich den Lesern zum Abschluss mit auf den Weg geben? Eigentlich würde ich mir selber gerne was wünschen: Ich hätte gerne wieder mehr Blogger, die nicht gleich die Weltherrschaft im Hinterkopf haben, wenn sie mit dem Bloggen beginnen. Schreibt über das Thema, das euch brennend interessiert. Und nicht über das, wo ihr euch am meisten Reichweite und Werbeeinnahmen versprecht. Zeigt die Leidenschaft für euer Thema, egal wie klein die Nische ist und für wie nebensächlich ihr es haltet. Macht ihr das richtig gut, werdet ihr nicht nur viel Spaß haben, sondern langfristig vielleicht auch die Chance für ein neues Standbein bekommen. Wer dagegen nur das kopiert, was andere schon machen, kann nie einzigartig werden.

Annette SchwindtDem kann ich mich nur anschließen! Vielen Dank für diesen Austausch und ich glaube, das wird nicht unser letzter gewesen sein… 😉

 

Über meinen Gesprächspartner:

Falk HedemannFalk Hedemann ist Freier Journalist (u.a. für LEAD digital) und Blogger und berät zudem Unternehmen bei ihrer digitalen Kommunikation, der Content Strategie und der Distribution von Inhalten im Social Web. Als Mitherausgeber des UPLOAD Magazins beschäftigt er sich mit dem professionellen Einsatz von Social Media. Online zu finden ist er u.a. auf seinem privaten Blog und bei Twitter.

Annette Schwindt
Ich mach was mit Schreiben. ;-) Ich bin Bloggerin, Autorin, freie Journalistin, Fachlektorin, Beraterin und v.a. ein Mensch!

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