Wollen Sie informieren, oder ist das Kunst?

Wie schon über meine Social-Media-Kanäle berichtet, hatte ich vergangene Woche Besuch von Autor Peter Müller, mit dem ich immer in stundenlangen schwer inspirierenden Fachgesprächen schwelge. So auch diesmal in Sachen Webdesign.

Dabei haben wir u.a. auch mit einer Grafik gearbeitet, die er vor Jahren in seinem nach wie vor lesenswerten Artikel “7 Qualitätskriterien zur Beurteilung von Webseiten – und Web-Designern” verwendet hatte.

Diese Grafik zeigt, auf welche Weise eine Website konzipiert werden kann, nämlich entweder von der Optik her (rechte Seite) oder von der Funktion (linke Seite). Die verschiedenen Versionen, die wir im Laufe des Gesprächs erarbeitet haben, könnte man wie folgt zusammenfassen:

Von Information, Funktion und Inhalt zu Kunst, Form und Design

Wenn ich ein Konzept für eine neue Website erstelle, fange ich mit den funktionalen und inhaltlichen Bedürfnissen des Kunden links an. Wenn das geklärt ist, gehe ich das Design an, um das Ganze von der rechten Seite her so zu gestalten, dass das Projekt irgendwo in der Mitte vollendet werden kann. Wie weit links oder rechts von der Mitte, das richtet sich nach  dem Thema der Website und nicht zuletzt nach dem Geschmack des künftigen Betreibers.

Zwischen Nachrichten und Onlinespiel

Meine Website z.B. hat nur wenige Schmuckelemente, da mein Fokus auf den Inhalten, sprich den Texten liegt. Außerdem bevorzuge ich die mobile Nutzung, weswegen ich auch in der Variante für größere Bildschirme die Sidebar im Blog komplett abgeschafft habe. Das Weglassen von Schmuckelementen bedeutet dabei nicht automtisch das Fehlen von Design. Trotzdem befindet sich meine Website in der obigen Grafik eher links von der Mitte.

Andere Websites liegen auf der obigen Grafik weiter rechts als meine. Solange aber die Inhalte die Hauptsache sein sollen, darf das Design nicht die Überhand gewinnen, sondern sollte dazu da sein, die Inhalte passend hervorzuheben. Das gilt v.a. für Unternehmenswebsites. Es ist natürlich wünschenswert, Unternehmensfarben, -logo, und -schrifttypen von vornherein mit einzubeziehen. Aber mit dem optischen Aufbau einer Website kann ich erst dann anfangen, wenn ich weiß, welche Inhalte zu welchem Zweck, in welcher Weise und in welcher Struktur darauf kommuniziert werden sollen. Wer also den Webdesigner anheuert bevor er so ein Konzept hat, bestellt den Inneneinrichter bevor er das Haus gebaut hat.

Eine Website, die deutlich rechts von der Mitte liegt, wäre hingegen eine, bei der es nicht um die Inhalte, sondern um die Gestaltung selbst geht. Oder darum, dass die Gestaltung den Inhalt ausmacht, wie z.B. bei Onlinespielen.

Über den Look hinausdenken

So oder so sollte das Design darauf ausgerichtet sein, die Benutzerfreundlichkeit einer Website zu fördern. Eine Website, die nur schön aussieht, auf der man sich aber nicht zurechtfindet, verliert schnell an Reiz.

Dasselbe gilt für Websites, die nur auf einem Ausgabegerät schön aussehen oder überhaupt vernünftig benutzbar sind. Leider gibt es immer noch Webdesigner, die das nicht berücksichtigen. Wer heute seine Website nicht responsiv gestaltet, also so, dass sie auf Desktop und mobil, auf Smartphone wie auf Tablet vernünftig dargestellt wird, der muss sich nicht wundern, wenn die Zugriffszahlen zu wünschen übrig lassen.

Andere Gesichtspunkte wie die richtige Ausstattung fürs Sharing in Social Media (von Metatags bis Sharebuttons) oder die Optimierung v.a. der mobilen Ladezeiten gehören heute ebenso zum Standard.

Wenn Sie also daran denken, Ihre nächste Website zu konzipieren, hilft Ihnen vielleicht die obige Grafik dabei, vor lauter Slidern, Parallaxeffekten und anderen gerade angesagten optischen Trends nicht den Fokus darauf zu verlieren, was Sie mit der Website eigentlich transportieren wollten. Nämlich Ihre Produkte oder Dienstleistungen optimal zu präsentieren, Vertrauen in und Bindung an Ihre Person /Ihr Unternehmen zu erzielen und das über Inhalte, die für die Besucher der Website relevant und weitersagenswert sind.


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Eine Antwort auf „Wollen Sie informieren, oder ist das Kunst?“

[…] Generate Blocks ist hingegen zum selbst Bauen die perfekte Spielwiese, v.a. in Kombination mit  Generate Press Premium bleiben da für denjenigen, der gerne selbst baut, keine Wünsche mehr offen.  Aber auch da bin ich noch weit davon entfernt, alle Möglichkeiten zu überblicken. In der Premiumversion von Generate Blocks sollen ja auch Vorlagen inklusive sein. Bisher hab ich die aber noch nicht gebraucht. Ich fokussiere mehr auf den Inhalt als auf das Design. […]

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