Sutsche Ostern

Eigentlich hatten Thomas und ich gedacht, wir müssten Ostern allein verbringen, aber dann sagte sich doch noch Kai an und machte unser #teamsutsche wieder komplett. Auch diesmal half er mir dabei, ein paar neue Dinge auszuprobieren, die mich allein vielleicht reizmäßig überfordert hätten. Für andere mögen das keine besonderen Dinge sein, aber für mich als Mensch aus dem autistischen Spektrum, der lange wegen Herzproblemen gar nicht mehr raus konnte, sind sie kleine aber feine Meilensteine:

Unser erster Weg führte uns natürlich traditionsgemäß in die Kulturkneipe der Brotfabrik zu Bratkartoffeln und Co. An Gründonnerstag starteten Kai und ich wieder unsere Spaziergänge, Thomas musste ja leider noch arbeiten. Wir landeten im Bahnhöfchen, wo sich mein Computerfachmann Ali zu uns gesellte, der noch rechtzeitig vor Kais Besuch unseren Router ausgetauscht hatte. Jetzt haben wir endlich flackerfreies WLAN.

Am folgenden Karfreitag zog es Kai und mich wieder nach draußen, während sich Thomas der Osterbäckerei widmete. Wir spazierten also zum Ende der Promenade und kehrten (Premiere 1) beim dortigen Italiener ein. Normalerweise bin ich bei sowas flubbergasted, wie es im Englischen so schön heißt. Das bedeutet, ich bin überfordert von und mehr oder minder orientierungslos in der neuen Umgebung, auch wenn ich schon oft dran vorbei gelaufen bin. Aber mit Kai oder sonst jemandem, der um dieses Problem weiß und auf den ich fokussieren kann, geht das wunderbar. Und so zog es uns am folgenden Samstag gleich nochmal dorthin, diesmal aber zu dritt mit Sabria, die sich spontan zu uns gesellt hatte. Zusammen genossen wir die ersten Strahlen der Frühlingssonne.

Abends dann (Premiere 2) Kino in der Innenstadt. Ich weiß nicht, wann ich zum letzten Mal im Kino gewesen bin. Seit ich in Bonn lebe jedenfalls nicht und das sind 16 Jahre. Grund dafür war nicht nur die Reizüberflutung, sondern auch, dass uns lange kein kleines Kino hier in Bonn bekannt war, das für Thomas als Rollifahrer selbständig nutzbar ist. Das Kino Stern am Markt, in dem wir jetzt waren, erfüllt diese Kritereien auch nicht wirklich. Aber gemeinsam kommen wir immerhin rein und in einen der Vorführungsräume. Die Toiletten sind allerdings nur über eine längere steile Treppe erreichbar und waren so auch für Kai nicht nutzbar.

Den Sonntag verbrachten wir dann ganz sutsche bei einem leckeren Osterbraten und anschließend auf dem Sofa mit mehreren Filmen. Heute hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen…

Wie es Kai inzwischen mit seiner Aphasie geht und vor welche Rätsel uns eine Hausaufgabe seiner Logopädin stellte, haben wir übrigens drüben in seinem Blog dokumentiert. An Ostersamstag jährte sich außerdem #einRadfuerKai zum ersten Mal!

Zum Schluss noch unsere Fotogalerie (wie immer bitte anklicken zur vollständigen Ansicht und dann weiterblättern):

Alle Fotos © Annette Schwindt,
außer Galeriefoto 2 © Ali Pir

Ich mach was mit Schreiben: Bloggerin, Autorin, freie Journalistin, Online-Redakteurin, (Fach)Lektorin. Manchmal auch Portraitfotografin. Ich verorte mich selbst im autistischen Spektrum, (re)agiere also nicht immer so, wie andere es erwarten ;-), bin chronisch digital und vor allem Mensch. #teamsutsche

Schreibe einen Kommentar