Voyage, voyage

Tja, wie bereits angekündigt, ist das Reisen mit den Oldenburg-Fahrten allein nicht abgehakt. Da ich mich mehrere Jahre lang gar nicht mehr anstrengen konnte, sah es lange so aus, als würde unsere Hochzeitsreise nach Finnland die letzte Auslandsreise bleiben, die ich noch hatte machen können. Nachdem sich diese trüben Ausichten inzwischen jedoch deutlich verbessert haben, wurde seitens #teamsutsche um Neujahr herum beschlossen, dass wir nach Paris fahren würden. Ich selbst war bereits 1990 und 1999 da gewesen, aber Thomas und Kai noch nie! Das konnte nicht so bleiben… 😉

Unsere ursprüngliche Buchung im März haben wir wegen der Kältewelle gecancelled. Statt dessen fuhren wir Ende Juni und wohnten nicht im Hotel, sondern – für Thomas und mich eine Premiere – privat via airbnb im 20. Arrondissement.  Zu Beginn der sommerlichen Hitzewelle – haha. Leider kam Thomas trotz rollstuhlfreundlichem Appartement nicht wirklich gut klar und unser Auto musste bei jeder Fahrt durchs Tiefgaragentor nicht nur an den Kotflügeln, sondern auch am Unterboden leiden. Damit waren die geplanten Ausflugsfahrten zugunsten einer sicheren Heimreise gestrichen…

Nur am ersten Tag machten wir eine Stippvisite in die Innenstadt, um die Touri-Punkte wenigstens mal gesehen zu haben. Zum Flanieren hätten wir bei der Hitze ohnehin keine Kraft gehabt, zumal wenn ich die einzige bin, die Thomas helfen kann. Trotzdem war’s schön und als wir vom Seineufer wieder hoch zu den Bouquinisten kamen, hat es mich überkommen: Wir sind in Paris! Ich kann reisen!

Die meiste Zeit blieben wir in unserem Viertel Saint Fargeau, das nordfrikanisch/maghrebinisch geprägt ist, und versuchten es uns da so gut es ging gemütlich zu machen. Leider waren die Badezimmer und die Küche nicht so toll, aber wir hatten einen Fernseher zum Fußball-WM schauen. Kai und ich erkundeten außerdem die näheren Straßen per pedes.

Eine Überraschung für alle war, dass sich schon beim ersten Gespräch mit einer Einheimischen der eingerostet geglaubte Schalter in meinem Gehirn umlegte und ich ohne Probleme in fließendes Französisch wechseln konnte. Das hatte ich schon 20 Jahre nicht mehr gemacht und daher geglaubt, dass es Probleme geben könnte. Es lief aber sofort wie früher: man hielt mich für eine Französin, die mit ihrem Besuch aus dem Ausland unterwegs ist. Ab der dritten Nacht hab ich dann auch wieder auf Französisch geträumt, was immer ein sicheres Zeichen dafür ist, dass man in der anderen Sprache angekommen ist.

Wie es uns kulinarisch erging und einige andere Details habe ich drüben in Kais Blog festgehalten.

Sowohl in Belgien als auch in Frankreich hatten wir außerdem Spaß mit den Durchsagen des Google-Routenplaners. Auf dem Hinweg veschwand die via Bluetooth auf die Autolautsprecher gestreamte Frauenstimme in einer Neu-Berechnen-Endlosschleife, so dass wir uns auf unsere eigenen Kartelesefähigkeiten verlassen mussten, nur um dann, als wir unser Ziel schon sehen konnten, plötzlich wieder ihre Stimme zu vernehmen, die säuselte „In 100 Metern haben Sie Ihr Ziel erreicht“. Mit dem Französischen hat es die Gute auch nicht so und las uns alle Straßennamen so deutsch vor, dass wir zum Teil raten mussten, was gemeint war.

Auch wenn wir nicht so aktiv sein konnten, wie wir es uns vorgenommen hatten, war diese Reise doch schön und hat uns gelehrt, worauf wir in Zukunft noch besser achten müssen. Wichtig ist, das wir es überhaupt geschafft haben und das ohne uns zu zerstreiten. Die Alltagstauglichkeit von #teamsutsche wurde also ein weiteres Mal bewiesen. Was übrigens nicht bedeutet, dass wir uns gar nicht streiten. 😉

Die nächste Fahrt wird vermutlich erst mal wieder nach Oldenburg gehen, aber wir haben schon einige Ideen für weitere Reisen. Einige davon werden allerdings mangels Urlaubstagen von Thomas nur Kai und ich per Zug bestreiten, andere wieder per Auto zu dritt. Wir sind schon gespannt, wo es uns als nächstes hinführt…

Hier noch meine Fotogalerie (zum Vergrößern bitte anklicken):

Alle Fotos © Annette Schwindt
außer Annette vor Invalides © Kai-Eric Fitzner

Ich mach was mit Schreiben und werde für andere als Kommunikations-Katalysator oder Portraitfotografin tätig . >>>Mehr über die Arbeit mit mir lesen. Ich verorte mich selbst im Autismus-Spektrum (beiße aber nicht), bin chronisch digital und vor allem eins: Ein Mensch und Teil von #teamsutsche.

3 Gedanken zu “Voyage, voyage

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