Warum sich in WordPress künftig alles um Blöcke dreht

WordPress ist im Umbruch, aber die wenigsten Nutzer haben verstanden, wie umfassend diese Änderungen schon sind und noch sein werden. Viele glauben, Projekt Gutenberg, so der Name des umfassenden Umbaus, habe sich bereits mit der Einführung des Block-Editors Ende 2018 erledigt und die konnte man ja wunderbar mit dem Weiterbenutzen des Classic Editors verdrängen. Dass dies nicht für immer funktionieren wird, welche Veränderungen noch auf die Nutzer zukommen, was Blöcke alles können und warum sie künftig so wichtig sind, möchte ich in diesem Artikel zeigen.

Der Block-Editor ist nur der Anfang

Mit dem Update auf WordPress 5.0 im Dezember 2018 wurde der Block-Editor eingeführt. Dieser repräsentiert jedoch nur die erste von vier geplanten Phasen von Projekt Gutenberg, der Disruption von WordPress wie wir es bislang kannten. Der Name Gutenberg wurde gewählt, da es nicht nur WordPress von Grund auf erneuern soll, sondern die Art des Publizierens auch für technisch nicht affine Menschen möglich machen, das Publizieren damit weiter demokratisieren und so die Welt verändern soll. WordPress antwortet damit auch auf Baukastensysteme wie Squarespace, Wix oder Jimdo.

Bei seiner Einführung war der Block-Editor noch alles andere als ausgereift. Mit dem Plugin Classic Editor konnte (und kann man noch) aber zunächst den alten Editor behalten und erst mal abwarten. Bis heute haben immer noch ca. 5 Millionen Nutzer den Classic Editor installiert. Ob nun aus weiter bestehendem Misstrauen gegenüber dem Neuen, oder weil sie Pagebuilder, Custom Fields oder andere Zusatzanwendungen nutzen, die den Umstieg auf den Block-Editor verkomplizieren. Gegenüber der Gesamtzahl an WordPress-Nutzern ist das jedoch nur ein kleiner Teil.

Inzwischen kann der Block-Editor so viel mehr als der Classic Editor, dass er jetzt schon einen Großteil der gerade genannten Zusatzanwendungen überflüssig macht. Und die Entwicklung hat ja gerade erst angefangen. Doch dazu gleich mehr.

Alles neu macht Gutenberg

Mit dem Classic Editor funktioniert WordPress so: Er ermöglicht es, den Inhaltsbereich von Seiten und Beiträgen zu befüllen, der Rest der Website wird vom Theme gestaltet, das man sich aus dem Theme-Verzeichnis holen oder extern kaufen muss. Will man am Layout eines solchen Themes etwas verändern, kann man die Optionen, die es im Customizer dafür bietet, nutzen. Wer HTML und CSS beherrscht, kann darüber hinaus über den Bereich „Zusätzliches CSS“ ebenfalls im Customizer Änderungen am kompletten Layout vornehmen. Wer kein HTML und CSS beherrscht und nur visuell an die Sache herangehen kann, bedient sich eines Pagebuilders wie z.B. Elementor oder nutzt Custom Fields. Für Änderungen an den technischen Funktionen braucht es ein Child-Theme und Programmierkenntnisse.

Dieses System ändert Projekt Gutenberg von Grund auf und hat diesen Umbau mit der Einführung des Block-Editors bereits begonnen. Er ist wie schon sein Vorgänger zunächst auch nur für den Inhaltsbereich zuständig, kann dort aber auf visueller Basis schon jetzt fast alles gestalten, was ohne Block-Editor nur mit den oben genannten Zusätzen machbar war.

In Phase 2 „Customization“ (Anpassen) inklusive „Full-Site-Editing“ (FSE) wird Projekt Gutenberg einführen, dass man sämtliche Bereiche einer WordPress-Website mit Blöcken gestalten kann. Also auch Header, Footer, Widgetbereiche, ja sogar die Navigation. Das dann aber nicht über den Block-Editor, sondern über einen Site-Editor, also einen zweiten Editor für die Website außerhalb des Inhaltsbereichs. Und das allein mit WordPress.

Der Block-Editor ist also nicht gleich Projekt Gutenberg und auch nicht “der Gutenberg-Editor”, sondern das Projekt Gutenberg besteht aus vier Phasen und wird mehr als einen Editor haben: Einen für den Inhalt (den jetzt schon existierenden) und einen für das Gestalten der ganzen Site (Site-Editor).

Das erklärt auch, warum neue Themes so vergleichsweise einfach aussehen. Sie bilden quasi nur noch die Leinwand für die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten durch Blöcke.

Für Fortgeschrittene: Wer die Weiterentwicklung von WordPress bereits als Betatester miterleben will, der kann sich das Gutenberg-Plugin in einer Testumgebung (z.B. via TasteWP.com) installieren. Alle anderen bekommen erst nach der offiziellenVeröffentlichung die ausgereifteren Versionen per Update in ihre laufende Installation. Wann genau das sein wird, steht noch in den Sternen, da man wie schon in Phase 1 arg hinter dem Zeitplan hinterher hinkt. Nur dass es kommt, das steht fest.

Was wird sich ändern?

Mit der Einführung von FSE sollen dann auch der Customizer bzw. die Menübereiche für Design im Backend obsolet werden. Jedoch zunächst nur für diejenigen, die dann ein block-basiertes Theme installiert haben. Da sich diese ganze Entwicklung noch in den Anfängen befindet, gibt es bisher erst drei solche Themes, die zum o.g. Betatesten verwendet werden können. Weitere block-basierte Themes, nicht nur von WordPress, sondern auch von anderen Theme-Entwicklern werden folgen.

Wer bei/nach Einführung von FSE weiter kein block-basiertes Theme nutzt, für den soll sich nach bisherigem Stand der Dinge zunächst nichts ändern. Wie auch schon bisher könnte es aber sein, dass es irgendwann keine Weiterentwicklung bzw. Updates mehr für alte Plugins oder Themes geben wird und damit die Zahl der Sicherheitslücken zunimmt. 

Der Classic Editor sollte ja ursprünglich auch nur bis Ende 2021 unterstützt werden. Durch die oben genannten Verzögerungen in der Entwicklung wird sich diese „Gnadenfrist“ aber wohl noch verlängern. Nur für wie lange, das weiß keiner. Diese Entwicklung kann man entweder aussitzen, oder ihr aktiv durch Wechsel zum Block-Editor begegnen.

Entwickler von Bezahlthemes müssen ihr Geschäftsmodell über kurz oder lang neu ausrichten und sich mit neuen Themes und eigenen Block-Sammlungen anpassen. (Siehe dazu z.B. diesen Beitrag von Elmastudio: https://www.elmastudio.de/aino-theme-und-blocks-plugin-roadmap/)

Wer also in naher Zukunft ein Redesign oder eine neue WordPress-Website plant, der sollte sich jetzt mit dem Block-Editor anfreunden.

Er ist inzwischen wirklich um einiges funktionaler als seine anfänglich eher rudimentäre Version. Und das besonders für Nutzer, die zum Gestalten bisher auf Pagebuilder oder Custom Fields angewiesen waren:

Block-Editor kills the Pagebuilder Star

Wer sich den Block-Editor zuletzt bei seiner Einführung angeschaut hat, wird staunen! Da hat sich richtig viel getan und die Möglichkeiten werden immer noch größer. (Eine schöne Einführung bietet z.B. die Gutenberg-Fibel.)

Der Block-Editor “denkt” Inhalte je nach Art – wie der Name schon sagt – in Blöcken: Ein Textabsatz, ein Bild, eine Überschrift, eine Liste… das alles sind einzelne Blöcke, die man sich in den Inhaltsbereich hineinholt, zueinander platziert und auch hin und her schieben kann.

Kontextmenü eines Blocks mit den Optionen zum Verschieben

Im Gegensatz zum Classic Editor kann der Block-Editor dabei nicht nur Texte und Bilder einfügen, platzieren und grob layouten. Er bietet z.B. auch Optionen zur erweiterten Text- und Bildgestaltung: Früher musste man z.B. für Kästen mit farbigem Hintergrund erst eine eigene CSS-Klasse anlegen und vergeben. Im Block-Editor geht das standardmäßig mit einem Klick! 

Screenshot des Block-Editors mit Text-Optionen in der rechten Spalte

Hat man so zum Beispiel einen Infokasten definiert, in dem vielleicht auch noch bestimmte Schriftformate verwendet werden, kann man das Ganze unter “wiederverwendbare Blöcke” abspeichern und beim nächsten Anwendungsfall einfach fertig reinholen.

Mit dem Block-Editor wird das Einbetten von Bildern und Medien vom Tweet bis zum Video kinderleicht, denn für jeden Fall gibt es einen eigenen passenden Block. Dasselbe gilt für Buttons in allen Farben und Formen (meine Beispiele sind unverlinkt): 

Komplexere Layouts können dank der Spalten-Option visuell umgesetzt oder mit der Gruppen-Funktion zu einem Gesamtblock umschlossen werden, den man ebenfalls zur Wiederverwendung speichern kann. 

Widgets wie sie früher nur außerhalb des Inhaltsbereichs verwendet werden konnten, sind jetzt auch als Blöcke verfügbar, zum Beispiel für die neuesten Beiträge, die auch nach Kategorie oder Autor gefiltert werden können:

Musste man zum Einfügen eines Blocks bisher noch via Tastatur und /Blockname oder über den Plusbutton und Anklicken gehen, ist es seit WordPress 5.7. auch möglich, Blocks via Drag&Drop an die gewünschte Stelle zu holen. Ganz wie man es aus Pagebuildern gewohnt war. 

Zusammen mit Erweiterungen wie den im Folgenden genannten, brauchen Nutzer des Block-Editors wirklich keinen Pagebuilder oder Custom Fields mehr, die den Code nur unnötig beschweren und die Seite so langsamer machen. In Zeiten, in denen Google den page speed als nicht unerhebliches Kriterium bewertet, ist auch das ein wichtiges Argument für einen Umstieg.

Und so steigen immer mehr Nutzer berechtigterweise zum Block-Editor um. Ich selbst habe z.B. für mortenpedersen.no oder diese Website hier schon vor einiger Zeit den Pagebuilder Elementor in die Wüste geschickt und durch den Block-Editor und Twentig ersetzt (und tolle Extras damit gebaut). Für neue Websites benutze ich grundsätzlich nur noch den Block-Editor, alte hab ich längst umgestellt. Peter Müller berichtet von seinem Umstieg weg von Elementor hin zum Block-Editor und GenerateBlocks. Inzwischen haben wir testweise schon mehrere Websites von anderen via Block-Editor und GeneratePress in kurzer Zeit nachgebaut, die um einiges leichter handzuhaben und wesentlich schneller waren.

Zusätzliche Blöcke und Vorlagen finden

Developer, die diese Veränderungen verstanden haben, entwickeln jetzt nicht nur neue Themes, sondern auch eigene Arten von Blöcken und Blöcke kombinierende Vorlagen (Patterns). Einige davon kommen mit bestimmten Themes, viele können aber auch unabhängig davon benutzt werden. Ein paar kostenlose Varianten davon will ich hier vorstellen: 

Die neuesten Standardthemes von WordPress mit Twentig erweitern

Screenshot von Twentig-Optionen
Beide Bilder: twentig.com

Screenshot von Twentig templates

Ein Beispiel für ein themebezogenes Plugin ist Twentig, das als Ergänzung zum vorigen Standardtheme Twenty Twenty geschaffen wurde (diese Kombination verwende ich derzeit für diese Website hier), aber auch mit Twenty Twenty One funktioniert. Es hilft nicht nur beim Ändern von Layout-Details im Customizer, sondern beinhaltet auch eigene, auf das Layout abgestimmte  Blöcke und Vorlagen bis hin zu Seiten-Templates, die im Block-Editor über eine eigene rechte Spalte ausgewählt werden können (wie zum Beispiel diesen Abschnitt mit Text und Bildern plus Farbeinstellungen und Shapes).

Mehr dazu bei Peter Müller: https://einstieg-in-wp.de/twentig/ 

Vermeintlich unscheinbares Multitalent: GenerateBlocks 

Wer das Theme GeneratePress benutzt, wird es künftig sicher noch mehr zu schätzen lernen. Das unglaublich variable Theme von Tom Usborne wurde kürzlich mit der Version 3.0 nicht nur noch schneller und schlanker gemacht, sondern bekam dank GenerateBlocks genau die Optionen, die bei den Standardblöcken im WordPress-Core gefehlt hatten. Was nach wenig (nur vier Blöcke?) aussieht, ist genial durchdacht und kann fast alle Layouts umsetzen. GenerateBlocks sind über die normale Blöcke-Liste links im Editor erreichbar.

Gerade wer in HTML und CSS denkt, wird zu Anfang die Möglichkeit für übergeordnete Elemente bei den Core-Blöcken vermisst haben. Dies wurde zwar mit der Gruppen- bzw. Gruppierungsfunktion nachgeholt, mit dem Container-Block von GenerateBlocks kann man seine Seiten und Beiträge aber um einiges variabler aufbauen, da er viel mehr Optionen zur Gestaltung hat. Zusammen mit den Premium-Versionen von Theme und Blocks (inklusive Template Bibliothek) bleiben wirklich keine Wünsche mehr offen. Mehr Details unter https://woorkup.com/generateblocks-review/ oder https://pmueller.de/generateblocks/.

Kadence Blocks

Diese Blocksammlung wirbt schon mit ihren “Page Builder Features” und dem Zusatz “Gutenberg”. Kadence Blocks beinhalten unter anderem verschiedene Galerie-Optionen (was bei WordPress selbst im Hinblick auf Blöcke ja mit WordPress 5 unter den Tisch gefallen war), oder die Akkordeon-Option. Kadence Blocks können mit jedem aktuellen Theme im Block-Editor verwendet werden. 

Weitere kostenlose Block-Sammlungen

Die Welt der Blöcke wird ständig größer. Einige Block-Zusammenstellungen, die in Best-Of-Aufzählungen neben Kadence Blocks immer wieder erwähnt werden sind:

WordPress hat außerdem eine eigene Liste, von Plugins, die den Block-Editor um weitere Optionen erweitern: https://wordpress.org/plugins/browse/blocks/ 

Zusammenfassung

  • Projekt Gutenberg ist keineswegs mit Einführung des Block-Editors erledigt, sondern dieser stellt nur Phase 1 von insgesamt 4 geplanten dar.
  • Der Block-Editor kann durch Plugins mit zusätzlichen Blöcken, Vorlagen und Templates erweitert werden, bietet aber auch schon im Standardzustand bzw. seitens des jeweiligen Themes einiges.
  • Die Entwicklung von Phase 2 (Customization, Full-Size-Editing, kurz FSE) läuft gerade erst an. Wann FSE offiziell veröffentlicht wird, ist noch unklar, da WordPress wieder hinter dem Zeitplan hinterherhängt.
  • Mit Veröffentlichung der 2. Phase wird die komplette Website mit Blöcken gestaltbar werden. Dafür wird (zusätzlich zum Block-Editor für den Inhaltsbereich) ein Site-Editor eingeführt werden
  • Der Site-Editor wird für block-basierte Themes den Customizer und bestimmte Backend-Menübereiche (wahrscheinlich) ablösen.
  • Künftige Themes werden komplett block-basiert sein, um FSE unterstützen zu können. Es wird vermutlich keine Möglichkeit geben, bestehende traditionelle Themes in block-basierte Themes zu verwandeln. Theme-Entwickler müssen Themes komplett neu denken und bauen. 
  • Laufende nicht block-basierte Themes und der Classic Editor werden nach jetzigem Stand inklusive Customizer und bekanntem Designmenü zunächst weiter unterstützt, könnten aber auf lange Sicht keine Updates mehr erhalten.
  • Plugins oder Themes, die von Entwicklerseite lange keine Updates mehr bekommen haben, sollten (grundsätzlich, aber jetzt erst recht) zeitnah entfernt oder durch aktuelle ersetzt werden.

Fazit

Wer seine WordPress-Website zukunftsfähig machen will, der sollte sich spätestens jetzt mit dem Block-Editor auseinandersetzen! Wer seine Website neu plant, braucht dafür künftig keine traditionellen Pagebuilder oder Custom Fields mehr, sondern kann sich allein auf moderne Themes und Blöcke verlassen.

Hintergrundinfos auch in den beiden Videos mit Peter Müller und mir bei Gunnar Sohn:

Weiterführende Links:

Großes Dankeschön wie immer an Peter Müller für unseren fortwährenden Austausch zum Thema WordPress!

Titelbild: Hella Ziefer, Pixabay


Diesen Beitrag weitersagen:

18 Antworten auf „Warum sich in WordPress künftig alles um Blöcke dreht“

Hallo,

vielen Dank für die tolle Zusammenstellung der Informationen rund um Gutenberg. Ich habe bisher alle Seiten mit Elementor erstellt und bin dabei das wieder zu ändern und mit Gutenberg zu arbeiten.
Grundlage ist immer das Theme Ocean WP.

Haben Sie vielleicht einen Tipp für folgendes Problem. Mit Elementor konnte ich einzelnen Elementen „sagen“ das sie mobil nicht zu sehen sein sollen, dafür habe ich andere Elemente definiert.
Mit Gutenberg fällt es mir aktuell schwer das umzusetzen. Entweder bin ich im Kopf noch zu sehr bei Elementor und sehe die Lösung nicht, oder es ist noch nicht so einfach wie ich es mir wünsche.

Vielen Dank im voraus für eine Antwort und ich schaue mir jetzt mal diesen Beitrag noch weiter im Detail an.

Je nach Theme gibt es im Block-Editor Optionen für die mobile Darstellung auf Tablet und Smartphone. Mit Ocean WP hab ich aber noch nicht gearbeitet, daher kann ich dazu nichts Konkretes sagen. Tut mir leid.

Eine 1:1 Umsetzung gibt es in den Standardblöcken bisher glaube ich nicht.

Aber in gewisser Weise mogelt Elementor mit dieser Option auch ein bisschen, denn die betreffenden Elemente werden trotzdem an die mobilen Geräte ausgeliefert, sie werden einfach per CSS mit »display:none« ausgeblendet und bleiben daher unsichtbar.

Auf Dauer wäre es eine bessere Strategie, von vornherein Dinge zu bauen, die auch mobil funktionieren.

Ist halt alles Käse, wenn man keine Website designen, sondern unkompliziert Inhalte veröffentlichen möchte. Dann blinken überall Funktionen, die man nicht braucht, um mal eben einen Text mit ein paar Bildern zu veröffentlichen. Mir geht das gewaltig auf den Senkel, weil mein Anwendungsfall – ein klassisches Blog – nicht mehr adäquat und benutzergerecht unterstützt wird und mich Funktionen für eine gänzlich andere Klasse von Nutzern im Weg stehen.

Eigentlich ist das neue System genau für solche Leute gemacht. Solange man im Block-Editor bleibt (zumal es den Site-Editor im Moment ja auch noch nicht gibt), ist alles easy. Reingehen, Schreiben oder sogar copy&paste aus Word, veröffentlichen, fertig. Ein klassisches Bloglayout wie Deines ist kein Problem, z.B. mit Generate Press oder einem der Standardthemes. Wenn Dein Theme nicht mehr funktioniert, muss das nicht am Blockeditor liegen.

Ich arbeite seit über 20 Jahren täglich mit WordPress und habe mehrere dutzend Seiten, die ich täglich bewirtschafte.

Als von den ominösen Blöcken vor Jahren zuerst die Rede war dachte ich, da kommt was ganz Tolles und freute mich.

Gutenberg habe ich probiert, ist wahnsinnig kompliziert. Anstatt einfach Text eintippen und Bilder rein usw. ein Block-Zirkus.

Was soll das?

Kapiere ich nicht.

Auch nicht nach diesem Blog-Beitrag.

Und Kunden kommen damit auch nicht klar. Wie auch. Keiner will erstmal ein halbes Studium abschließen müssen bloß um mal auf ner Webseite nen paar Sachen zu publizieren.

Erinnert mich stark an Markdown. Das sollte ja auch was ganz Tolles werden.

Ein absolutes MUß.

Hat es sich durchgesetzt? Nicht, daß ich wüßte.

Projekt Gutenberg ist ja noch gar nicht fertig. Viele verwechseln das mit dem Block-Editor. Der stellt jedoch nur Phase 1 des Umbaus dar. Siehe dazu auch https://einstieg-in-wp.de/gutenberg/

Und wie schon in meiner Antwort auf Deinen anderen Kommentar: Die Frage ist, wann Du den Block-Editor getestet hast. Am Anfang war er tatsächlich kaum zu gebrauchen. Aber inzwischen ist das nicht mehr so.

Der Umbau erfolgt aber grade als Antwort auf Baukastensystemen mit drag&drop wie jimdo, squarespace, wix und Co. Für den Inhaltsbereich ersetzt der Block-Editor den Einsatz von Pagebuildern jetzt schon. Wenn Full-Site-Editing (Phase 2) ausgereift ist, dann braucht man Pagebuilder nirgends mehr, denn dann kann man alles mit Blöcken gestalten.

Zitat: „Projekt Gutenberg ist ja noch gar nicht fertig. Viele verwechseln das mit dem Block-Editor.“

Antwort: „Seit 2018 muß ich bereits die Erweiterung „Disable Gutenberg“ benutzen.“

Wie 600.000 andere Nutzer. Man sollte sich bei WP mal fragen wie das in so kurzer Zeit eines der gefragtesten Plugins werden konnte, wenn Gutenberg so beliebt ist (bzw. der Gutenberg-Block-Editor, wie auch immer).

https://de.wordpress.org/plugins/disable-gutenberg/

Zitat: “ Die Frage ist, wann Du den Block-Editor getestet hast. Am Anfang war er tatsächlich kaum zu gebrauchen.“

Hier stellt sich die Frage: Wieso macht WordPress einfach Zwangserneuerungen die „kaum zu gebrauchen“ sind (und nur mit einer Erweiterung – zum Glück gibt es sie überhaupt weg-zu-kriegen sind)

Zitat: „Der Umbau erfolgt aber grade als Antwort auf Baukastensystemen mit drag&drop wie jimdo, squarespace, wix und Co.“

Antwort: Bei mir hat das dazu geführt, daß viele Kunden von WP wegwollten und ich alternative CMS wie Getsimple-CMS, BludIT-CMS, Typesetter-CMS und so weiter anbieten mußte. Wenn das die Antwort auf Wix, Jimdo und Co sein soll, dann hat die WP-Entwickler-Abteilung eine komische Art.

Falls dich das „Blitzen und Blinken“ stört, probiere mal rechts oben im Dreipunkte-Menü die Option „Obere Werkzeugleiste“. Dann steht die Symbolleiste nicht mehr bei den Blöcken, sondern mittig oben in der Editorleiste. Dann noch die Seitenleiste mit den Einstellungen ausblenden, und schon siehst du fast nur noch Inhalt.

Ansonsten geht vieles per Tastatur und dem Schrägstrich oder Markdown:
– ENTER erzeugt einen neuen Absatz
– Bild einfügen mit /bild
– Zwischenüberschrift mit ## für h2, ### für h3 etc.
– Zitate mit /zitat oder einfach einem Größer-als-Zeichen >
– Listen mit /liste oder einfach mit Bindestrich – oder Nummerierung 1.

Man muss sich anfangs umgewöhnen, aber insgesamt gefällt mir die Arbeit Text/Bild mit dem Block-Editor um Klassen besser als damals mit dem Classic Editor.

Sehr schön gesagt.

Alles Käse und Funktionen, die 99,99 % der Nutzer nicht brauchen und nicht wollen.

Eine weitere Verschlimmbesserung bei WP.

Wie z. B. die Bilder-Hochlade-Funktion schon vor einigen Jahren. In 99% oder sogar 99,99% aller Fälle lädt der Anweder bei einem neuen Beitrag ein neues Bild hoch, nur in den wenigsten Fällen wiederverwendet er ein bereits vorhandenes altes Bild.

Macht es Sinn, daß sich bei sowas eigentlich Simplem wie dem Hochladen von Bildern erst die ganze Mediathek öffnet und die ganzen alten Bilder geladen werden?

Natürlich nicht.

Aber es blieb bei der Verschlimmbesserung und Verkomplizierung.

Eine Frage ist, wieviele Verschlimmbesserungen und Verkomplizierungen WordPress noch verträgt bzw. die Anwender noch vertragen.

Ja, als der Block-Editor eingeführt wurde, war er kaum zu gebrauchen. Er wurde schlicht zu früh freigeschaltet. Inzwischen hat sich das aber sehr zum Guten verändert. Im Grunde sind Blöcke ja auch nichts anderes als die Elemente in HTML wie h, p, ul etc.

Das Problem mit der Mediathek verstehe ich nicht, denn da werden ja nur thumbnails geladen. Das sollte also keine große Last verursachen. Und ich kann nach wie vor direkt aus dem Beitrag heraus auf „Hochladen“ gehen.

Natürlich bedeuten Veränderungen beim Nutzer immer erst mal Lernaufwand, aber der hält sich hier doch arg in Grenzen. Der Aufschrei kommt bei sowas immer, ebbt dann aber bald ab, wenn die Gewöhnung einsetzt.

Zitat: “ Der Aufschrei kommt bei sowas immer, ebbt dann aber bald ab, wenn die Gewöhnung einsetzt.“

Antwort: „Nein, nicht überall. Ich habe wo ich konnte Kundenseiten und eigene Seiten auf andere Systeme umgestellt, weil ich die Faxen dicke habe und vor allen Dingen die Freiheitsberaubung und die Beraubung von Lebensfreude, Lebensenergie und Lebenszeit durch WordPress. Man wird durch die ständigen „freiwilligen Zwangsaktualisierungen“ Sklave von WordPress. Zeitsklave, Energie-Sklave. Das System soll aber dem Nutzer dienen und nicht umgekehrt.
Wundert mich nicht, wenn immer mehr Endnutzer auch zu Wix, Jimdo und Co gehen. Dort hat man so einen Zirkus nicht. Und ich nutze eben CMS wie im anderen Beitrag angeführt und auszugsweise benannt.

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