Sprechblase mit einem Römer und den Flaggen von Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Norwegen, Finnland, Türkei und Japan

Aus dem Leben eines Sprach-Nerds

Ja, ich liebe Sprachen! “Wieviele Sprachen sprichst du eigentlich?“, werde ich öfter mal gefragt. Beim Versuch, das zu beantworten, habe ich festgestellt, dass ich den Überblick über meine Sprachlernerei verloren habe. Also hab ich mal nachgezählt:

  • Meine Muttersprache ist Deutsch (genauer gesagt Kurpfälzisch). Aufgewachsen bin ich in einem Umfeld, in dem außerdem auch Ungarisch, Serbokroatisch, Spanisch, Italienisch und Niederländisch zu hören waren.
  • Meine erste Fremdsprache am Gymnasium war Latein. Ich habe noch das große Latinum gemacht. Das Graecum hätte mich auch interessiert, aber das ging nur alternativ zur dritten Fremdsprache (s. unten).
  • Meine zweite Fremdsprache war dann Schulenglisch. Was man damals halt so lernte. Zum rudimentären Gebrauch grade mal so geeignet. Trotz Leistungskurs… Richtig gelernt habe ich es erst später dank Internet, Stadtführerei in englischer Sprache, englischsprachigem TV und englischen Freunden (Thanks, Charlie!).
  • Die erste Fremdsprache, die ich dank fachlich sehr gutem Lehrer richtig gelernt habe, war Französisch. Nach fünf Jahren Unterricht ohne ein einziges deutsches Wort und dank eines Austauschs in Südfrankreich verlorenem Herzen, kam ich dann zum Romanistikstudium an die Uni. Dort lernte ich viel Theorie, aber meine praktischen Kenntnisse verlernte ich, weil plötzlich alles auf Deutsch stattfand. Da half auch das Stadtführen in französischer Sprache nicht viel. Immerhin verstehe ich alles und kann schnell umschalten. Bloß die Vokabeln sind assez perdus…
  • Als AG am Gymnasium und dann als Nebenfach an der Uni habe ich Italienisch gelernt. Auch hier ist mein Hörverständnis besser als mein Sprechen, weil mir die Vokabeln nicht schnell genug einfallen. „Ma che cazzo!“
  • Beim Arbeiten mit Pål und Morten komme ich seit vielen Jahren immer wieder mit dem Norwegischen in Berührung. Unterhalten kann ich mich nicht, aber beim Lesen und wenn jemand schön lang-sam spricht, kriege ich schon ungefähr mit, worum es geht.
  • Die nächste Sprache, die ich richtig zu lernen begonnen habe (und das bereits zweimal), ist Finnisch. Damit habe ich zum ersten Mal das Indogermanische verlassen. Das Kasus-System ist allerdings derart komplex (keine Präpositionen) und das Vokabelnlernen bis auf die schwedischen Lehnwörter so heftig, dass ich noch nicht allzu weit über die Grundkenntnisse hinaus gekommen bin. Zumindest kann ich jetzt teilweise verstehen, was Egotrippi singt. 😉
  • Auch wegen Musik, nämlich wegen Mor Ve Ötesi, habe ich mit Türkisch angefangen. Das war dann Sprachfamilie Nummer drei und eine echte Herausforderung. Zusammen mit Ceyda entstand dann unser eigenes türkisch-englisch-deutsches Kauderwelsch. 😀
  • Seit ein paar Wochen lerne ich jetzt Japanisch. Das wollte ich schon zu Unizeiten, hab mich damals aber nicht getraut. Damit bin ich nun bei Sprachfamilie vier.

Das ergibt:

  • Deutsch und Englisch: flüssig
  • Französisch: sehr gut (nach Warmlaufen auch flüssig)
  • Italienisch: gut
  • Finnisch, Türkisch, Japanisch: Grundkenntnisse
  • Norwegisch: ein paar Grundkenntnisse
  • Latein (das spricht man aber nicht)

Mal sehen, wie weit ich mit Japanisch komme. Wenn ich die Schriftzeichen auch in meinen Schädel kriege, könnte Chinesisch als nächstes dran kommen. Eigentlich reizt mich Arabisch aber auch… Und Suaheli…

Ach, da gibt es ja noch SO viel zu entdecken!

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