Comiczeichnung eines Bildschirms, auf dem viele Personen aus der ganzen Welt miteinander über Musik reen und dabei die Zeit vergessen

Verplappert – 68. Blognacht

Seit letztem Monat kommen Thomas und ich ja direkt aus unserer Gruppe „Deutsch mit Liedtexten“ bei Little World in die Blognacht. Dort sind wir als Moderatoren tätig und besprechen mit wechselnden deutschlernenden Teilnehmenden ein deutschsprachiges Lied. Dabei hätten wir uns heute fast verplappert, weil der Text so lang war und wir gerade mal so mit dem Klären der Vokabeln und Redewendungen durchkamen, bevor es ans Interpretieren ging. Jetzt liege ich auf dem Sofa und schreibe still und leise vor mich hin. Genau richtig zum Runterkommen nach dem vielen Reden. 

Dabei macht das mit der Gruppe wirklich Spaß. Es sind immer so 15 bis 25 Leute, darunter auch Muttersprachler*innen. Der Großteil besteht aber aus Deutschlernenden aus der ganzen Welt. Heute waren zum Beispiel jemand aus China, aus Syrien, mehrere aus der Ukraine und der Türkei und jemand aus Südamerika sowie aus Afrika vertreten. Manche lernen schon länger Deutsch und können den weniger Fortgeschrittenen bei fehlenden Vokabeln helfen. – Ach so: Wir machen keinen Unterricht! Das Ganze findet im Gespräch statt. Trotz Moderation kann es aber passieren, dass wir uns verplappern.

Wörtlich nehmen oder nicht?

Besonders interessant wird es dann, wenn es an die Interpretation des Liedes geht. Zum Einstieg in die Gruppentreffen hören wir uns das Lied zuerst einmal zusammen an. Dann frage ich in die Runde, wer das Lied bereits kannte (schließlich kommen die Vorschläge ja auch aus der Gruppe) und wie viel die Teilnehmenden davon verstanden haben. Das kann dann manchmal recht abenteuerlich ausfallen, manchmal aber auch schon nah dran sein.

Als nächstes lesen einzelne Teilnehmende den Liedtext vor, wir klären die darin vorkommenden Vokabeln und Redewendungen bzw. metaphorisch verwendeten Begriffe. Dabei kommt es öfter mal zu interessanten Momenten, wie heute bei „die Schnauze voll haben“: Wie unterscheidet es sich von „die Nase voll haben“? Da fangen dann die Muttersprachler*innen zu diskutieren an (heute waren wir uns aber einig: Schnauze voll ist schlimmer als Nase voll). Diese Diskussionen sind wiederum für die Lernenden spannend. Eine Teilnehmerin sagte mir neulich „da möchte ich immer in die Küche gehen und mir Popcorn dazu holen“.

Lustiges bevorzugt

Wenn alles Sprachliche geklärt ist, geht es an die erneute Interpretation und – dafür hat es heute nicht mehr gereicht – das erneute Anhören des Liedes, wenn möglich mit einem zweiten Video, z.B. einer Liveaufnahme. Zum Schluss wird abgestimmt, welches Lied in der folgenden Woche besprochen werden soll. Dabei stellte sich nun heraus, dass Lieder wie „99 Luftballons“ oder heute „Astronaut“ als zu deprimierend empfunden werden. Lustige Texte oder Liebeslieder seien doch besser, wurde heute beschlossen. (Alle bisher besprochenen Lieder hab ich im vorletzten Blogbeitrag genannt.)

So durfte ich endlich das schon seit Wochen ersehnte „Der Mörder ist immer der Gärtner“ vorschlagen, das schon allein wegen des Titels für Gekicher und Daumen hoch sorgte. Das wird sicher wieder viel Gelegenheit zum Gespräch und zum Sich Verplappern geben. 

Bild erstellt mit Gemini/NanoBanana

Die Blognacht ist eine regelmäßige Veranstaltung von Anna Koschinski, in der der sich Blogger treffen, um spontan etwas zu einem Impuls zu schreiben. Mehr dazu unter blognacht.de

Kommentare

2 Kommentare zu „Verplappert – 68. Blognacht“

  1. Also wenn ihr da mal „Bleibt alles anders“ von Herbert besprecht, möchte ich auch dabei sein ^^

    1. Okay, ich nehm dich beim Wort! Das machen wir dann aber in einer Woche, wo keine Blognacht stattfindet.

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