Dinge, die aus unserem Alltag verschwinden #dailyvanish

Briefe in der Schublade

Sebastian hat zu einer sehr interessanten Blogparade aufgerufen: Gesucht werden Beiträge über Dinge, die aus unserem Alltag verschwinden. Zuerst dachte ich dabei an Kassetten und Telefonbücher. Aber auf die Idee kommen sicher viele. Dann fiel mein Blick auf den alten Aktenschrank, den ich dereinst aus einer Büroauflösung ergattert hatte…

Ich bin ja noch ohne Social Web, Videochat und andere Echtzeit-Kommunikationsmittel aufgewachsen. Statt dessen schrieb man Briefe. Mit der Hand. Und schickte sich Fotoabzüge auf Papier. Oder malte etwas in die Briefe. Manche benutzten fertig gestaltetes Briefpapier. Wer etwas kreativer war, der bastelte etwas aus Zeitschriften oder Tapeten.

briefe

Geschickt bekam man diese handgeschriebenen Nachrichten von sogenannten Brieffreunden. Die stammten in meinem Fall aus aller Herren Länder. Von Brasilien bis Japan, von Finnland über England und Frankreich nach Italien. Auf diese Briefe wartete man zum Teil wochenlang und das war völlig normal so.

Diese Post bewahrte man dann auch auf. Und genau dafür schaffte ich mir den Aktenschrank an. Nach ein paar Jahren war er von oben bis unten mit Briefen gefüllt. Schön nach Absendern oder zumindest nach Ländern geordnet, damit man auch alles wiederfinden konnte.

Zu den meisten Absendern habe ich den Kontakt verloren und so wanderten dann doch die meisten Briefe nach und nach in den Müll. Geblieben sind zwei Schubladen in besagtem Aktenschrank, in denen sich immer noch allerlei alte Post befindet:

Briefe im Briefschrank

Inzwischen verschicke ich so gut wie keine handgeschriebenen Briefe mehr und andere schicken mir auch keine. Ehrlich gesagt fällt mir das Schreiben per Hand schon fast schwer. Ich bin es einfach nicht mehr gewohnt… und wie fügt man da Links ein und wo ist die Rücklöschtaste? Handgemalte Smilies sehen auch komisch aus. 😉

Handgeschriebene Briefe sind also definitv etwas, das aus meinem Alltag – und sicher auch aus dem von anderen – verschwindet, oder sogar bereits verschwunden ist.

Wenn Euch zum Thema „Dinge, die aus unserem Alltag verschwinden“ etwas einfällt, dann beteiligt Euch doch auch an Sebastians Blogparade! Die dauert noch bis Weihnachten.

Annette Schwindt
Ich mach was mit Schreiben und begleite andere dabei, ihre Kommunikation aufzubauen oder zu verbessern. Interesse an einer Zusammenarbeit? Außerdem engagiere ich mich für Inklusion Vor allem bin ich eins: Ein Mensch! - Beiträge per Mail abonnieren -

2 Kommentare

  1. so ein schöner nostalgischer Artikel! Ich gehöre übrigens noch zu der Generation, die mit dem C64 Pünktchen springen ließ 😉 und mir wurden die Brieffreundschaften durch den Deutsch-Unterricht in der Grundschule nahegelegt. Richtig Zugang fand ich nie, aber ich hatte viele Freunde, mit denen ich Briefe und Postkarten geschrieben habe! Und auch wenn ich die neuen Kommunikationswege wahnsinnig toll finde, bin ich immer enttäuscht, wenn ich meinen Briefkasten öffne: Ohhh – wieder nur Rechnungen, Werbung und offizieller Kram… Selbst zum Geburtstag erhält man immer seltener handgeschriebene Glückwünsche, dabei mag ich die so gerne! 🙂

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