Raumschiff Rollerprise (5): Mission Unterkunft

Rollanier und Fußone küssen sich

von Annette Schwindt

Die Welt der Fußonen… unendliche Weiten… wir befinden uns in der Gegenwart…
dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Rollerprise, das Lichtjahre von der
Integration entfernt ist, um die Rollanier und die Fußonen einander näher zu bringen:

Logbuch des ersten Offiziers, Sternzeit: Donnerstagnachmittag, 16 Uhr
Mission: Suche nach barrierefreier Raumstation zwecks Erholung

16.05 Uhr: Fremde Galaxis planmäßig erreicht. Wollen hier für einige Tage verweilen, um Urlaub zu machen. Benötigen für diese Zeit noch Andockmöglichkeit in Gäste-Raumstation.
Problem: Fußonische Raumstationen sind selten auf Andocken rollanischer Raumschiffe eingestellt.

16.12 Uhr: Funkkontakt mit fußonischer Andock-Leitstelle. Erbitten Informationen über lokale Raumstationen mit an rollanische Bedürfnisse adaptierten Quartieren. Leitstelle kann diese Informationen nicht sofort senden, da zunächst eingehende Untersuchungen in dieser Richtung vonnöten.

16.30 Uhr: Haben genug vom Warten und begeben uns selbst auf Erkundungsflug. Steuern erste Raumstation in der Nähe an und gehen auf Umlaufkurs. Beame als Kundschafter zur Raumstation, um dortige Umweltbedingungen zu klären. Erstes Hindernis: Eingangsschleuse der Raumstation nur mit dreifachem Stufenimpulsantrieb zu überwinden.

16.32 Uhr: Fußonischer Stationsoffizier begrüßt mich freundlich. Andockmöglichkeiten seien zwar vorhanden, jedoch verfüge man hier nur über Quartiere der gehobenen Klasse, habe also keine, die speziell auf Rollanier eingerichtet sind. Beame zurück an Bord der Rollerprise bevor es zu Verletzungen der obersten Direktive kommt (Nachsicht üben).

16.46 Uhr: Erreichen nächste Raumstation der mittleren Klasse. Auch hier gleiche
Vorgehensweise.

16.50 Uhr: Erkundungen stoßen zunächst auf bessere Antworten. Diese Raumstation verfügt über zwei bedingt rollaniergerechte Quartiere. Die Schleusen zum Quartier sind zwar für Rollanier zu überwinden, innerhalb des Quartiers gibt es jedoch Barrieren, um in die Reinigungseinheit zu gelangen. Außerdem sind beide Quartiere schon von Fußonen besetzt.
Beame enttäuscht zurück.

16.58 Uhr: Bei meiner Rückkehr auf die Rollerprise finde ich Käpt’n in Funkkontakt mit fußonischer Leitstelle vor. Diese teilt ihm gerade mit, dass sie unsere Anfrage aufgrund des Ablaufs ihrer heutigen Dienstzeit erst am folgenden Tag werde bearbeiten können.
Käpt’n erinnert mich erneut an oberste Direktive!

17.12 Uhr: Stoßen im weiteren Orbit zufällig auf Raumstation für jüngere Fußonengruppen und finden sogleich gut geeignete Andockmöglichkeit. Verhandeln gemeinsam mit sogenannter Stationsmutter wegen rollaniergerechtem Quartier. Schildern Schwierigkeiten auf dem Weg hierher.

17.14 Uhr: Stationsmutter klärt uns auf über lokale Ansichten über Rollanier.

Bericht:
Rollanier, so glaubt man hier, verlassen ihre Quartiere nur, um sich in Krankenstationen aufzuhalten oder in spezielle Auffangstationen zu beamen. Rollanier verfügen nicht über ausreichende Zahlungsmittel, um sich Aufenthalt in fremden Raumstationen leisten zu können. Daher lohnt es sich für die Stationen nicht, rollaniergeeignete Quartiere einzurichten. Diese Ansichten seien vor allem bei älteren Fußonen stark verbreitet. In dieser Station für jüngere Fußonengruppen oder –clans habe man gegenteilige Erfahrungen gemacht, weswegen hier auch eine ausreichende Anzahl von Rollanier-Quartieren geschaffen worden sei.

17.25 Uhr: Beziehen nicht allzu luxuriöses, jedoch für Rollanier gut geeignetes Quartier. Hätten auch bessere Ausstattung bezahlen können, richten uns nun aber für die nächsten Tage auf die aktuellen Gegebenheiten ein.

Sonntagvormittag, 11.23 Uhr: Verlassen die Raumstation nach drei erholsamen Tagen wieder.

11.28 Uhr: Starten die Rollerprise und gehen auf Warp… Energie!

 

Text: Creative Commons License Titelbild © Annette Schwindt

Annette Schwindt
Ich bin entweder selbst schreibend tätig, oder wirke für andere als Kommunikations-Katalysator. Das bedeutet: Ich begleite andere bei ihrem eigenen Projekt und bringe sie durch Beratung und Vernetzung voran. Interesse an einer Zusammenarbeit? Übrigens: Ich verorte mich selbst im autistischen Spektrum, ich (re)agiere also nicht immer so, wie andere es erwarten. ;-) Aber keine Angst: Ich beiße nicht, denn vor allem bin ich eins: Ein Mensch! - Beiträge per Mail abonnieren -

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