„Lesen, lesen, lesen!“ – Interview mit Nadja Amireh zu #meinweginsweb

Auf Nadja Amireh bin ich wohl in einer Facebook-Gruppe für Frauen, die mit Social Media arbeiten, aufmerksam geworden. Oder war’s auf Twitter? Jedenfalls folgen wir uns schon eine Weile. 😉 Mir gefällt der Name ihrer Agentur, denn oft habe ich auch bei meinen Beratungen das Gefühl, dass ich die Kunden erst mal wachrütteln und dafür sensibilisieren muss, in welchem kommunikativen und gesellschaftlichen Wandel wir uns gerade befinden und wie sie den Anschluss daran finden können. Deshalb interessierte mich auch Nadjas Weg ins Web:

Nadja Amireh

Bitte stelle Dich kurz vor (Name, Ort, Tätigkeit, Website, Facebook, Twitter, Google+, drei Hashtags)

Ich bin Nadja Amireh aus Düsseldorf und Inhaberin von Wake up Communications.

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Online bin ich schon seit ca. 15 Jahren, das war auch Teil meiner Arbeit bei meinem früheren Arbeitgeber Henkel. Richtig aktiv in sozialen Netzwerken bin ich aber erst in den letzten 8-10 Jahren geworden. Ich habe mich schon früh bei Facebook und auch bei Twitter angemeldet. Beide Plattformen mag ich sehr und da auch viele Freunde und Kontakte dort aktiv sind, nutze ich beides regelmäßig, um mich auszutauschen, zu informieren und zu vernetzen.

Anfang 2013, gleich zum Start meiner Agentur, haben wir dann auch ein Agentur-Blog eingerichtet. Dort bloggen alle Kollegen und auch ich über News und Trends aus dem Social Media Bereich, über Best Practices und Tools, die wir für unsere Arbeit nutzen, aber auch über die Freuden des Agenturlebens.

Gab es Menschen, die Dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

Eher nicht, ich habe diese Menschen erst später „identifiziert“ und mich mit ihnen vernetzt bzw. bin ihnen gefolgt, um ihre Veröffentlichungen nicht zu verpassen. Du, liebe Annette, bist so ein Mensch, ich lese deine Tipps immer sehr gerne. Ich mag es, dass du dich nicht so wichtig nimmst, wie leider sehr viele Tätige in der Social Media Branche.

Wie hat sich Dein Weg in Sachen digitale Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt (nenne die wichtigsten Meilensteine)?

Anfangs ging es mir eher um die „richtige“ Nutzung der Kanäle z. B. im Hinblick auf Accounteinstellungen und neue technische Features innerhalb der Kanäle. Da wollte ich nichts falsch machen. Doch nach kurzer Zeit hat sich das geändert.

Falsch machen will ich natürlich immer noch nichts, aber meine Erfahrung ist, dass es oft kein richtig oder falsch gibt, sondern mehrere Wege zum Ziel führen. Da mein Ursprung jedoch in der klassischen Kommunikation liegt, war es mir immer wichtiger, die Kanäle strategisch zu nutzen und alle Kommunikationsmaßnahmen gut zu verzahnen. Die integrierte Kommunikation steht im Vordergrund.

Meilensteine kann ich nicht nennen, denn mein Social Media Weg war und ist sehr fließend. Die ganze Szene wird immer breiter und verwobener; die Kanäle und ihre Features immer vielfältiger und auch immer mehr Menschen sind Teil des Social Media Prozesses. Immer auf dem Laufenden zu bleiben fällt da nicht leicht.

Gibt es Fehler, die Du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

Grobe Fehler kann ich nicht feststellen. Und wie gesagt, oft gibt es kein richtig oder falsch, sondern nur eine unterschiedliche Herangehensweise an ein Ziel. Trotzdem ist es wichtig, sich gut zu informieren, zu planen und blinden Aktionismus zu vermeiden. Man muss nicht jedes Netzwerk gleich am ersten Tag bespielen, manche Netzwerke muss man sogar nie bespielen. Ich rate zu gesundem Misstrauen gegenüber „Experten“, die sich allzu stark als – fast schon missionarische – Social Media Trendsetter aufspielen.

Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

Lesen, lesen, lesen und sich austauschen. Ich lese viele Newsletter, Branchenmedien und auch Bücher, zudem erreichen mich viele News über Social Media Kanäle wie Twitter und ich besuche Branchenveranstaltungen wie BarCamps und Konferenzen und tausche mich dort gerne aus. Auch Netzwerke wie der BVCM sind hilfreich. Einige gute (aber leider auch viele schlechte) Weiterbildungsanbieter gibt es auch.

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Twitter, weil es so schnell ist und weil so viel Spannendes, Witziges und Schönes in 140 Zeichen ausgedrückt werden kann.

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Die Hoheit um den Content. Ich finde Content Marketing ein blödes Buzzword, aber es ist spannend zu beobachten, wie z. B. immer mehr Verlage eigene Inhalte erstellen, diese vermarkten und wie Agenturen damit zukünftig umgehen werden.

Gibt es noch etwas, das Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitale Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Nicht mein Zitat, aber treffend: “Focus on how to be social, not on how to do social.” (Jay Baer)

Vielen Dank für Deine Antworten, liebe Nadja. 🙂

Ob ich pünktlich zum nächsten Mittwoch ein weiteres Interview präsentieren kann, weiß ich noch nicht. Ich warte noch auf einige versprochene Zusendungen…

Alle Interviews dieser Reihe können nachgelesen werden unter
http://www.annetteschwindt.de/tag/meinweginsweb/


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