Als Anna den Impuls für heute gegeben hat, sind mir gleich mehrere Leute eingefallen, und wer mein Blog hier verfolgt, der weiß vermutlich auch, was oder wer jetzt kommt. Ich schreib‘s aber trotzdem nochmal auf:
Die Unerschütterliche
Was Resilienz, Courage, Gastfreundschaft und bedingungslose Liebe angeht, ist eindeutig meine Oma väterlicherseits mein großes Vorbild! Ich habe sie hier schon öfter erwähnt und auch jetzt muss ich mich beim Schreiben zusammenreißen, um nicht zu weinen, weil ich sie so vermisse. Sie ist schon über 20 Jahre verstorben, aber ich habe sie jeden Tag bei mir.
Ihr Leben ist es wert, gleich mehrere Bücher zu füllen. Glücklicherweise hat mein Vater schon mehrere Episoden davon selbst in Kurzgeschichten gefasst. Den Rest möchte ich gern mal aufschreiben. Von der tragischen Liebesgeschichte mit meinem Opa, dessen Reinkarnation ich laut mehrerer Verwandter wohl sein soll, über Internierung, Zwangsarbeit, Flüchtlingdasein, Aufbau eines neuen Lebens, Zentrum der Familie und Mutterfunktion für die Enkel und Urenkel.
Von ihr habe ich gelernt, wie man eine Erinnerungskultur pflegt und wie eine Kultur des Teilens und gegenseiten Unterstützens funktionieren kann. Geld hatte sie nie viel, aber ich kann mich nicht erinnern, dass sie je darüber geklagt hat. Dafür gab es immer Liebe und Fürsorge. Und so hat sie uns auch erst verlassen, als alle Enkel „versorgt“ waren.
Von ihr habe ich einige Leitsätze für mein Leben gelernt. Der am häufigsten zitierte ist wohl der übers Loslassen (frei übersetzt: Wer nicht will, der kann mich mal):
„Han ich die Kieh ned, han ich die Mieh ned.“
Die Eigenwillige
Meine Lehrerin bei der Stadtführer-Ausbildung wurde zu einer mütterlichen Freundin. Der wichtigste Satz, den ich von ihr gelernt habe, lautet:
„Such dir die Liebe da, wo du sie bekommst – nicht dort, wo sie auf dem Papier steht.“
Sie hat mich gelehrt, dass es okay ist, meinen eigenen Weg zu gehen und mich nicht drum zu kümmern, was andere denken. Sie hat mich aufgefangen, wenn alles zu schlimm wurde und mir gezeigt, was alles möglich ist, wenn man „seines Kopps“ ist.
Die alte Seele
Ein bisschen in ihren Fußstapfen geht unser ältester Neffe, der mir bereits im Alter von 18 Jahren (da war ich bereits 52) darin voraus war, sich nicht mehr dafür zu rechtfertigen, wer und wie man ist. Mein Mantra von ihm:
„Entweder nehmen sie mich, wie ich bin, oder das war‘s dann eben!“
Der Liebevolle
Wie es sich anfühlt, bedingungslos so akzeptiert zu werden, wie man ist, habe ich bewusst erst von meinem Mann Thomas gelernt. (Meine Oma hat das auch getan, aber damals hab ich das noch nicht begriffen.) Vorher war ich immer in Beziehungen, in denen ich mir Liebe verdienen musste und/oder als „zu viel“ oder sonst zu irgendwas bezeichnet wurde. Ich arbeite bis heute daran, bedingungsloses Geliebtwerden oder ein ehrliches Lob oder ein herzliches Dankeschön einfach nur annehmen zu können und versuche, das genauso zurückzugeben.
Außerdem ist er mit einem unerschütterlichen Optimismus gesegnet. Und so lerne ich von ihm auch jeden Tag aufs Neue, mich auf die guten Dinge zu fokussieren, statt in den negativen hängen zu bleiben. Einander zu unterstützen, statt zu kritisieren. Einfach füreinander da zu sein, egal was passiert. Unser Motto:
„Es kommt nicht darauf an, was man nicht kann, sondern darauf, was man mit dem macht, was man tun kann!“
Die Inspiration
Jetzt habe ich über lauter Vorbilder in meinem Umfeld geschrieben. Der übliche Promi ist noch gar nicht dabei gewesen. Wie ich hier schon ausführlich verbloggt habe, käme dem am ehesten Jacob Collier nahe. Er ist für mich aber vielleicht weniger Vorbild als eher Inspiration dafür, wie man sein eigenes Licht leuchten kann. Mein Lieblingssatz von ihm:
„It‘s not about how many have I reached. It‘s about how many of those that I‘ve reached have I moved.“
Beitragsfoto: Canva
Die Blognacht ist eine regelmäßige Veranstaltung von Anna Koschinski, in der der sich Blogger treffen, um spontan etwas zu einem Impuls zu schreiben. Mehr dazu unter blognacht.de


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