Tipps für soziale Crowdfunding-Aktionen

Als wir 2017 das Crowdfunding #einRadfuerKai durchführten, hatten wir keinerlei Erfahrung mit solchen Aktionen. Gleichzeitig fanden auch andere Crowdfundings mit mehr oder weniger Erfolg statt, mit denen wir später unsere vergleichen und Lehren daraus ziehen konnten. Daraus sind folgende Tipps entstanden:

Der richtige Hashtag

Um die Aktion wiedererkennbar, leicht auffindbar und v.a. die Beiträge dazu sammelbar zu machen, sollte man einen sprechenden Hashtag vergeben. Dieser sollte von Anfang an bei allen Beiträgen zum Crowdfunding verwendet werden und folgende Kriterien erfüllen:

  • Er sollte sprechend sein, also erkennbar machen, worum es geht.
  • Er darf nicht missverständlich sein (auch nicht in gängigen anderen Sprachen).
  • Sollte ein Umlaut enthalten sein, dann sollte man ihn konsequent in der +e-Schreibung verwenden, da nicht alle Plattformen Umlaute verstehen.
  • Er sollte in Blog-Beiträgen auch als Schlagwort verwendet werden
  • Sollte es ein eigenes Blog zum Crowdfunding geben, sollten Domainname und Hashtag gleich sein

Die richtige Basis

Für die Beiträge zur Darstellung und laufenden Kommunikation zum Crowdfunding sollte man entweder eine komplett eigene Website mit Blog oder einen eigenen getrennt erreichbaren Bereich in einem bestehenden Blog (z.B. via Schlagwort oder Kategorie) nutzen. Dort sollten Beiträge erscheinen, die das Crowdfunding

  1. vorbereiten (was kommt da und wann?)
  2. starten (wichtig zum Weitersagen)
  3. begleiten (während der Aktion braucht es in regelmäßigen Abständen neue Beiträge zum Thema, damit das Interesse wach bleibt und den Geldgebern auch neue Möglichkeiten zum Weitersagen bietet)
  4. zusammenfassen (nach Beendigung der Laufzeit)
  5. nachbereiten (was passiert jetzt mit dem Geld, Berichte, Statements)

Das heißt also, dass die Kommunikation mit Abschluss der Geldgeben-Möglichkeit nicht endet!

Wenn man ein eigenes Blog zur Aktion hat, sollten die allgemeinen Infos, die zum Verständnis der nötig sind, auch als eigene Menüpunkte erreichbar sein (Worum geht es hier, wo kann ich Geld geben, wer veranstaltet das und mit welcher Motivation etc.). Faustregel: Alles, was man einzeln weitersagen können möchte, sollte auch einzeln erreichbar sein. (Zur Not via HTML-Anker, wenn keine einzeln erreichbaren Unterseiten oder Beiträge möglich sind).

Der Sache ein Gesicht geben

Dieser Punkt ist besonders wichtig, da es darum geht, das Anliegen für die Menschen emotional nachvollziehbar zu machen! Um wen geht es hier? Geht es um das Wohlergehen einer einzelnen Person oder einer Familie oder einer sonstigen Gruppe von Menschen? Diese Menschen sollen zu sehen sein, ihre Geschichte erzählt werden. Wie kam es zu der Situation, die das Crowdfunding nötig machte und wozu soll das Geld verwendet werden?

Wenn es nur ein paar Menschen sind, kann man sie einzeln vorstellen. Wenn es um viele Menschen geht, kann man einzelne Gesichter auswählen, deren Geschichte exemplarisch für alle erzählt wird. Wie entwickelt sich die Situation während der Aktion, wie reagieren die Betroffenen auf deren Verlauf, welche Reaktionen gibt es usw. Die Aktion sollte bestmöglich dokumentiert werden, wenn sie glaubwürdig sein und Vertrauen erwecken soll.

Das passende Material

Für Blog und Social Media braucht es nicht nur gute Texte, sondern v.a. gutes Bildmaterial. Wenn möglich, nicht nur Fotos, sondern auch Videos und Audioaufnahmen. Diese müssen entsprechend aufbereitet und verwendet werden. Das heißt: Fotos sollten möglichst querformatig sein, damit man sie auch als Beitragsbilder im Blog verwenden kann aber auch zum Weitersagen in Social Media. Videos sollten im Vor- und Nachspann den Hashtag enthalten und auch den Link zur Crowdfunding-Seite.

Wer das Crowdfunding außerdem mit kleinen Dankeschön-Gaben begleiten will, muss natürlich auch die besorgen.

Beiträge richtig weiterverbreiten

Wenn diese Beiträge dann via Social Media weitergesagt werden (immer mit Hashtag natürlich), sollten die einleitenden Texte dazu die Sache immer selbsterklärend machen. Viele werden erst im Lauf einer Aktion auf das Crowdfunding aufmerksam und müssen dann anhand des Postings, bei dem sie einsteigen, direkt verstehen:

  • worum es geht,
  • wo sie Geld geben können und wie
  • wo sie weitere Infos finden, wenn sie sich für Details interessieren.

Die richtige Plattform wählen

Enorm wichtig ist, auf welcher Crowdfunding-Plattform man die Aktion durchführt! Es gibt solche, bei denen man erst mal generell Unterstützer werden muss bevor man tatsächlich Geld geben kann. Erst wenn eine bestimmte Zahl von Unterstützungswilligen erreicht ist, kann man tatsächlich Geld schicken. Das heißt, man muss zweimal aktiv werden und das, wozu man zur Crowdfunding-Plattform kommt, ist schlimmstenfalls für längere Zeit noch gar nicht möglich. In dieser Zeit vergessen es viele wieder, andere hält es gar vom Geldgeben ab, wenn sie es nicht sofort machen können.

Besser ist also eine Plattform zu wählen, auf der man sofort Geld geben kann. Und das möglichst intuitiv und auf möglichst viele Weisen (z.B. nicht nur per Kreditkarte, sondern auch per PayPal).

Dann gibt es Plattformen, die das Geld nur weitergeben, wenn der angestrebte Betrag erreicht wird – ansonsten bekommen die Geber ihr Geld nach Ablauf des festgelegten Zeitraums zurück. Andere geben das Geld auch weiter, wenn der angestrebte Betrag nicht erreicht wird. Das ist gerade für soziale Aktionen wichtig.

Auf der Crowdfunding-Seite sollte die Aktion – wie schon auf der Website – mit nachvollziehbaren Texten selbsterklärend vorgestellt werden. Für weitere Details und gerade auch für das Bestätigen der Seriosität der Aktion sollte man auf die dazugehörige Website verweisen.

Vernetzung kommt lange vor Crowdfunding

Wer denkt, man könne ein Crowdfunding mal einfach so aus dem Hut zaubern, ohne vorher über eine eigene Followerschaft aufgebaut zu haben, der wird enttäuscht werden. Kommunikation im Netz und vor allem wenn es um Geld geht, funktioniert nur dann nachhaltig, wenn das entsprechende Vertrauen in die durchführenden Personen besteht. Eine Community kann durch ein Crowdfunding natürlich wachsen – bestehen muss sie aber schon davor.

Wer keine Community hat, dann plötzlich online auftaucht und Geld will, wird keinen Erfolg haben. Es sei denn, jemand mit bestehender Community unterstützt die Sache und sorgt für ihre Verbreitung. Aber auch das muss aus ehrlichem und für andere nachvollziehbarem Interesse geschehen. Wer meint, man könne einfach mal schnell sowas durchführen, sich ’nen Influencer dafür kaufen und danach wieder von der Bildfläche verschwinden, sollte besser Abstand von dieser Idee nehmen. Trotzdem gibt es sicher Leute, die das versuchen. Die machen sich dann aber meistens nicht die Mühe, so eine Aktion wie hier gezeigt im Detail aufzubauen.

Weitere Tipps?

Habt Ihr weitere Tipps und Hinweise, die zum Gelingen einer sozialen Crowdfunding-Aktion beitragen können? Habt Ihr Euch schon mal an so einer Aktion beteiligt oder selbst eine durchgeführt? Welche Erfahrungen habt Ihr dabei gemacht?

Titelfoto: wagnercvilela, Pixabay


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