Kategorien
Digitales Persönliches

Alles nur geklaut

„Ich kann Ihnen nichts versprechen“, sagt der Mitarbeiter, bei dem ich endlich gelandet bin. Trotzdem hoffe ich, dass er mir hilft, meine Odyssee in Sachen kopierter Website zu beenden.

Was ist passiert?

Im Oktober 2016 habe ich das Best of meiner früheren persönlichen Website hierher umgezogen und die alte URL auf den hiesigen Bereich Persönliches weitergeleitet. Vor einigen Monaten habe ich die Domain schließlich gekündigt. Nach einer Weile schaute ich spaßeshalber nach, ob jemand eine neue Website unter der URL betreibt – und erschrak: Meine alte Website von dort, wie sie Ende 2015 ausgesehen hatte, erschien auf dem Bildschirm. Nicht voll funktionsfähig, aber wohl mit den meisten Inhalten und auf jeden Fall mit sämtlichen Kontaktangaben, Impressum etc. unter meinem Namen. Und so begann meine Suche nach Hilfe…

Der amerikanische Hoster der Domain und der schwedische Provider des dazugehörigen Webspaces stellten fest, sie seien da nicht zuständig und verwiesen mich an das internationale Content Delivery Network (CDN), über das der jetzige Mieter der Domain wohl seine Inhalte auf die Seite befördert. Wer das ist, kann ich dank Datenschutz nicht einsehen…

Inzwischen wurde ich von einem Fachmann, der sich den Quelltext der Website mal angeschaut hat, darüber aufgeklärt, dass meine Inhalte wohl aus der Wayback Machine gezogen werden. Also habe ich versucht, diese per Twitter Privatnachricht zu kontaktieren, um herauszufinden, ob ich vielleicht meine Inhalte dort löschen lassen kann. Dann könnte der neue Domain-Mieter sie auch nicht mehr rüberziehen. Aber sowohl von dort, als auch von der Missbrauchs-Adresse des CDN bislang keine Antwort…

Letzte Hoffnung

In meiner Ratlosigkeit habe ich mich schließlich per Telefon an die deutsche Niederlassung des CDN gewandt. Anruf Nr. 1 bei der bayerischen Nummer der hessischen Niederlassung (sic!) führt nur auf Anrufbeantworter, der mich aufklärt, dass ich keine Nachricht hinterlassen kann, irgendjemand aber über meinen Anruf benachrichtigt würde. Da entdecke ich, dass es auch noch eine norddeutsche Niederlassung gibt, die eine eigene Telefonnummer hat.

Und dort erreiche ich endich besagten, sehr freundlichen Mitarbeiter, der sich alles geduldig anhört, obwohl er eigentlich Urlaub hat. „Ich schau mir das heute Abend an“, sagt er, aber bislang hab ich ncihts von ihm gehört… Wenn er auch nicht helfen kann, dann weiß ich nicht mehr weiter. Da das Ganze über USA und Schweden läuft, ist es laut juristischem Fachmann wohl unverhältnismäßig teuer, rechtliche Schritte in so einem Fall einzuleiten…

Fragen über Fragen

Was ich nicht verstehe, ist, welchen Nutzen jemand davon hat, sowas zu machen. Warum kopiert jemand eine ganze – noch dazu private – Website? Das muss ja jemand dezidiert so eingestellt haben – ein technischer Fehler kann das nicht sein.

Falls jemand das hier liest und eine neue Idee dazu hat, oder vielleicht schon mal von einem ähnlichen Fall gehört, dann freue ich mich über Kommentar oder Mail. Denn ich bin mit meinem Latein vorerst am Ende…

Foto: S. Hermann & F. Richter,Pixabay


Diesen Beitrag weitersagen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.