Addio, Renato!

Kurz bevor ich von Speyer nach Bonn gezogen bin, habe ich den Maler Renato Cardarello kennengelernt, als er im Rahmen vom Festival Speyerer Gitarrensommer eine Ausstellung hatte. 18 Jahre ist das her und auch wenn wir uns danach nur noch ein paar Mal wiedersehen konnten, blieben wir eine ganze Weile in Kontakt. In diesem Beitrag möchte ich an ihn erinnern, denn leider ist Renato, wie wir kürzlich erfahren mussten, verstorben…

Fotos

Eine meine ersten Begegnungen mit dem Künstler war der Auftrag, Portraitfotos von ihm zu machen, die wir für die Pressearbeit des Festivals nutzen konnten. Leider habe ich damals noch auf Film fotografiert, so dass ich hier nicht alle Bilder aus dieser Serie digital zeigen kann. Hier das Foto, das ich bei seinem Beitrag zu meiner Künstler-Serie hier im Blog verwendet habe:

Renato Cardarello

Das Bild zeigt ihn mit dem typischen verschmitzten Lächeln, kurz davor einen Kommentar abzugeben. Es ist auch das Bild, das die Familie für die Todesanzeige verwendet hat. Ein anderes aus der Serie wurde bei der Trauerfeier aufgestellt:

Das hat mich sehr gerührt…

Kunst

Renato war es auch, der mich Anfang der 2000er darin bestärkt hat, selbst mit dem Malen anzufangen. Per Telefon diskutierten wir das Für und Wider von Acrylfarben, Aquarell oder Öl. Und so musste er für einen meiner ersten Versuche herhalten: der künstlerischen Umsetzung des oben gezeigten Fotos:

In unserer Wohnung in Bonn hängten wir wiederum das Bühnenbild auf, das Renato für den Gitarrensommer gemalt hatte – auf einem Bettuch aus seiner Aussteuer, wie er mir bei einem späteren Besuch bei uns in Bonn verriet. Und tatsächlich: auf der Rückseite ist zartblaue Stickerei zu sehen. „Verrate es nicht der Mamma!“, raunte er mir augenzwinkernd zu.

Bühnenbild Gitarrensommer von Renato Cardarello

Als Dankeschön für das Erstellen und Pflegen seiner Website (die ich damals noch per Hand codierte!) schenkte mir Renato weitere Bilder, denen wir auch einen gebührenden Platz an unseren Wänden zukommen ließen. Leider existiert die Website nicht mehr, aber ich habe noch das ganze Material von damals. Vielleicht machen wir eine neue und stellen sie online zu Renatos Gedenken. (Update: Die Familie hat mir gerade das Okay dafür gegeben.)

La dolce vita

Auch wenn Renato nie so erfolgreich war, dass er hätte auf großem Fuß leben können, so wusste er doch, das Leben zu genießen. Er liebte gutes Essen und gute Getränke und bekochte uns einmal mit der wunderbarsten Saltimbocca, die ich je gegessen habe. Natürlich nicht, ohne mir bei der Zubereitung genau zu erklären, worauf es ankommt! 😉

Wir werden Dich nicht vergessen, Renato! Deine Bilder, Dein „ma che cazzo“ und Dein verschmitztes Lächeln wird uns in Erinnerung bleiben und wir werden sicher noch das ein oder andere Mal bei Azzurro ein paar Tränen vergießen – und dann auf Dich anstoßen!

Addio, renato! Ci rivediamo un giorno!

Profilfoto von Renato Cardarello, fotografiert von Annette Schwindt

Alle Fotos: Annette Schwindt


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