Zeichnung einer Frau mit Smartphone und einer Frau, die am Tisch sitzt und mit Stift auf Papier schreibt.

Vom Schreiben und Denken

In einer Folge des ZEIT WISSEN Podcasts, auf die ich über Annas Newsletter aufmerksam wurde, ging es um das Thema Rechtschreibung und KI, also um mein Lieblingsthema Sprache. Darin wurden einige Punkte gestreift, über die ich hier auch schon gebloggt habe, z.B. über Sprache in Fußballkommentaren und wie KI schreibt.

An zwei Stellen wurde ich besonders hellhörig, nämlich als es um Textvorschläge und Autokorrektur sowie um das Schreiben per Hand ging.

T9? Nein, danke!

Das Erste, was ich nach den Grundeinstellungen eines neuen Smartphones oder Tablets mache, ist die automatische Texterkennung zu deaktivieren. Mich nervt das nämlich tierisch, wenn ich dauernd mit Textvorschlägen zugeschmissen werde. Ich tippe meine Nachrichten lieber Buchstabe für Buchstabe selbst. Wenn dann Fehler drin sind, sind es wenigstens meine eigenen. 😉

Außerdem springe ich gern zwischen Sprachen und Dialekten oder individuellen Betoooonungen hin und her. Das kommt kein T9 mit. Bis ich das jedesmal korrigiert hab, hab ich es zweimal selbst getippt. (Das mache ich übrigens auch noch oldschool: mit dem Zeigefinger, nicht mit den Daumen!)

Handgeschriebenes

Seit ich für Little World Interviews führe, um daraus dann Blogartikel zu verfassen, schreibe ich wieder öfter mit der Hand. Am Anfang war das echt anstrengend und das nicht nur fürs Handgelenk, sondern auch beim Zuhören. Zu Unizeiten und später bei der Zeitung war das für mich noch ganz einfach. Dann habe ich es mir dank digitaler Geräte fast komplett abgewöhnt.

Seit ich wieder Handschrift praktiziere, stelle ich allerlei Veränderungen fest: Ich bin koordinierter, ich strukturiere leichter und insgesamt aufmerksamer mit Sprache.

Manche fragen mich, warum ich die Interviews nicht aufzeichne statt mitzuschreiben. Die Antwort: Das wäre für mich doppelte Arbeit, denn ich müsste das erst transkribieren und auswerten, um mir dann eine Struktur zu überlegen und die Notizen zu ordnen.

Wenn ich mitschreibe, passiert das alles in Einem. Ich schreibe nicht nur Worte, ich male Pfeile für Bezüge zwischen Textstellen, umkringele Kernaussagen und kann zu bereits Geschriebenem zurückkehren, um weitere Details mitten rein zu setzen. In meinen Notizen kann ich springen, während ich bei einer Audiodatei nicht auf Anhieb bestimmte Stellen wiederfinden kann.

Wenn ich in mein Kalenderbuch schreibe, dann kann ich was dazu zeichnen, Dinge einkleben und so ein richtiges kleines Buch erschaffen, das man nachher gern wieder durchblättert.

Es fühlt sich auch im Kopf anders an, wenn man per Hand schreibt. Man ist präsenter, irgendwie achtsamer. Die Marke meiner Lieblingsnotizbücher nennt es nicht umsonst „Denken mit der Hand“.

So habe ich früher auch schon analog gebloggt.

Wie ist das bei dir?
Spürst du auch etwas anderes, wenn du mit der Hand schreibst?
Denkst du dann anders?

Beitragsbild erstellt mit Canva

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