Viele verschiedene LPs und CDs von a-ha, Magne und Morten

This alone is love

Über Musik hab ich hier schon einiges geschrieben, aber die Band, ohne die in meinem Leben einiges anders gelaufen wäre, habe ich bisher kaum erwähnt. Das fiel mir auf, als ich kürzlich a-ha – The Movie geschaut habe. Gleich mehrmals in den folgenden Tagen. Und dann noch den zu True North. Wer hätte in den 80ern, als ich ein Teeny war, gedacht, dass die drei Norweger einmal so meinen Lebensweg beeinflussen würden? 

Furumaniacs forever

Als ich 2002 von Speyer nach Bonn zog, ließ ich meine gesamte Infrastruktur zurück. Da es mir bald auch gesundheitlich nicht so gut ging, verbrachte ich fortan viel Zeit online und das vor allem bei den „Furumaniacs“, dem Forum von Magne Furuholmen, dem Keyboarder und Sprecher von a-ha. Der ist nämlich nicht nur Musiker, sondern auch bildender Künstler (was ich hier im Blog schon ein paar Mal angesprochen habe).

Dort lernte ich vor über 20 Jahren u.a. Charlie kennen, mit der mich seither eine enge Freundschaft verbindet.

Annette und Charlie 2026

Auch Graham habe ich dort getroffen und Catherine, die damalige Webmasterin der offiziellen a-ha-Website. In seinem Forum postete Magne manchmal auch selbst etwas, vor allem wenn er uns „furus“ in seine Kunstprojekte miteinbezog. Es war eine wunderbare kreative Community, die sich bei Magnes Ausstellungen oder bei a-ha-Konzerten auch analog traf (was ich selbst leider nur über Fotos und Erzählungen miterleben konnte). Oder sich gegenseitig besuchte, so wie Charlie uns.

Zum Malen inspiriert

Angeregt von Magnes Kunst fing ich selbst wieder an zu malen. Das hatte ich eigentlich von klein auf immer getan, mit Eintritt ins Arbeitsleben aber vergessen. Magnes „Payne‘s Gray“ inspirierte mich jedoch, wieder Pinsel in die Hand zu nehmen und mich mit Acrylmalerei zu beschäftigen. 

Und weil ich das auf Furumania in meinen Postings dokumentierte, verkaufte ich gleich eins meiner ersten Bilder noch bevor es trocken war. Weitere folgten, einige davon sogar als Auftragsarbeiten. Im Laufe der Zeit gingen Zeichnungen und Gemälde an fellow „furus“ in den USA, in Irland, Großbritannien und Ägypten. Charlie und andere „furus“ kamen zu mir, um hier mit mir gemeinsam zu malen. Auch außerhalb von Furumania kauften Leute meine Bilder oder bekamen welche geschenkt. 

Künstlerkontakte via Myspace

Als Künstler hatte Magne natürlich auch ein Profil auf Myspace, dem wir brav alle hinterher pilgerten. In meinem eigenen Profil wurde selbstverständlich mein Fansein von a-ha vermerkt und das führte an meinem Geburtstag im Jahre 2007 zu einer schicksalhaften Begegnung. Dazu gleich mehr.

Auf Myspace lernte ich Künstler auf der ganzen Welt kennen, mit denen sich Freundschaften ergaben, die teils bis heute weiterbestehen. Vor allem wenn sie selbst fellow „furus“ sind wie Barbara aus den USA! Mit ihnen habe ich damals auch meine Künstler-Interviewreihe angefangen, die bis heute hier im Blog existiert und auch fortgeführt wird, wenn ich neue Künstler kennenlerne.

Magne fehlt dabei bisher noch.

Seit ein paar Jahren male ich nicht mehr, habe aber die Wände voller Bilder und anderer Kunstwerke von mir selbst und von den befreundeten Künstlern.

Drømmer skaper venner

Zurück zu Myspace: Der norwegische Autor Pål H. Christiansen war für eingefleischte a-ha-Fans kein Unbekannter. Er hatte den Roman „Drømmer om storhet“ geschrieben, in dem die Band vorkam und dessen Cover ein ikonisierter Paul Waaktaar-Savoy zierte, der Gitarrist von a-ha.

Cover von Drømmer om storhet

Das Buch kannten wir alle, nur lesen konnten wir es nicht, weil es auf Norwegisch geschrieben war. Wir hofften auf eine englische Übersetzung. Die ließ jedoch auf sich warten. Stattdessen erschien mit „Die Ordnung der Worte“ die deutsche Übersetzung (und darauffolgend noch mehrere Übersetzungen, u.a. von Fans). Um die bekannt zu machen klapperte Pål auf Myspace die Profile von deutschen a-ha-Fans ab, so auch meines. Ich dachte damals, das sei irgendein PR-Mensch von Pål und antwortete entsprechend auf seine Nachricht. Das sorgte für Amusement bei Pål und so entspann sich noch am selben Tag ein reger Chat zwischen Bonn und Oslo. 

Websites und Bücher

Dabei zeigte ich Pål meine Websites (die ich damals noch manuell in HTML und CSS schrieb) und er zeigte mir seine arg rudimentäre eigene Baukasten-Website. Klar, dass ich da nicht die Klappe halten konnte. In einem vergeblichen Versuch diplomatisch zu sein, sagte ich „Oh… die hast du aber selbst gemacht, oder?“ Worauf er antwortete: „Oje, sieht man das?“ Auf mein vorsichtiges Ja fragte er mich: „Und jetzt?“ Der Rest ist Geschichte. Pål rekrutierte mich, eine vernünftige Website für ihn zu bauen und das gleich in vier Sprachen: Norwegisch (das ich gar nicht konnte, dabei aber kennenlernte), englisch, deutsch und französisch!

Bald fing ich auch an, ihn bei seinen Social Media Aktivitäten zu unterstützen und generell mit ihm zusammenzuarbeiten. Jahre später kam er uns auch besuchen:

Nachdem sich kein englischsprachiger Verlag für eine Übersetzung von „Drømmer“, wie wir das Buch kurz nannten, fand, überredete ich Pål, selbst in eine englische Übersetzung zu investieren. Dafür fand er Jon Buscall und so entstand „The Scoundrel Days of Hobo Highbrow“. 

Jon, Twitter und WordPress

Bei meiner Interaktion mit Jon fragte der, warum ich bei all meinen Online-Aktivitäten eigentlich nicht auf Twitter sei und warum ich nicht bloggen würde. Das tat ich zwar schon, aber nicht mit einem Blog-CMS, sondern nach wie vor handcodiert. Das ginge mit WordPress viel besser, meinte Jon und vernetzte mich auf Twitter u.a. mit Stephanie Booth, die mir half, mein erstes Blog auf wordpress.com einzurichten.

Indessen wanderten die „furus“ irgendwann mit Magne von Myspace zum damals (in Europa) neuen Facebook weiter und Pål auch. Ich hatte angefangen, über meinen Weg in Social Media zuerst in English, dann auf deutsch zu bloggen und wollte Facebook in einer Serie von zehn Beiträgen abhandeln. Das explodierte mir unter den Händen weg, vor allem als ich dem Rat meines Twitterkontakts Christian Henner-Fehr folgend das Ganze als pdf-Download online stellte. 

Fjodor, Felix und Morten

Währenddessen arbeitete ich aber weiter mit Pål und durfte sogar per E-Mail Paul Waaktaar-Savoy von a-ha zu Drømmer interviewen. Außerdem hatte Pål mit einer Kinderbuchserie über den frechen Fisch Fjodor angefangen, die er gern nach Deutschland bringen wollte. Aber alle Verlage, bei denen wir anfragten, sagten ab. Erst als ich zufällig durch meine Facebook-Beratungen einen Kinderbuchverleger kennenlernte, wendete sich das Blatt. Dabei handelte es sich um keinen geringeren Verlag als den des grandiosen Ritter Rost! Und so wurde aus den norwegischen Fjodor-Lesebüchern eine deutsche Kindermusicalreihe mit der Musik von Felix Janosa, dem Komponisten von Ritter Rost. Dazu gibt es bereits mehrere Beiträge, auch darüber, wie es mit der Reihe weiterging und was noch daraus entstand. 

Bei diesen Entwicklungen lernte ich Morten N. Pedersen kennen, weil er Bücher von Pål illustrierte. Morten ist selbst Kinderbuchautor, Animator und Illustrator. Schnell wurde klar, dass ich auch mit ihm zusammenarbeiten würde, was ebenfalls bis heute andauert. Im Zuge dessen hat Morten mich schon mehrfach karikiert oder Illustrationen in meinem Auftrag erstellt.

Nærmere enn du tror

Außerdem machte mich Pål mit seiner Stiefschwiegertochter, meiner Beinahe-Namensvetterin Anette Askvik bekannt. Sie ist Musikerin mit einer glockenhellen Stimme und war auch mal bei The Voice Norway (wo sich alle Coaches umdrehten, nur Morten Harket von a-ha nicht – aber da war vielleicht auch die Verbindung zu nah?). Anette vermittelte ich dann zum Speyerer Gitarrensommer, dem Festival, für das ich früher mal die Öffentlichkeitsarbeit gemacht habe und für das ich bis heute die Website sponsore.

Von O‘Reilly zu Peter

Inzwischen hatte ich verschiedene Kunden, für die ich Websites erstellte und sie in Sachen Social Media beriet. Die Rückfragen zu Facebook nahmen kein Ende, ich versuchte, sie in weiteren Blogposts zu beantworten und so wurde ich unabsichtlich aber unwiderruflich zur Facebook-Fachfrau. Darauf wurde der O’Reilly-Verlag aufmerksam und überzeugte mich, über Facebook das Schwesterbuch zum Twitterbuch von Tim O‘Reilly zu schreiben (2010-2014). Das wurde ein Bestseller und Inspiration für mein Google+ Buch. 

Cover Facebook Buch 3.Auflage
Cover Google+ Buch

Bei Letzterem lernte ich Peter Müller kennen, mit dessen Videokursen ich Jahre zuvor HTML und CSS gelernt hatte. Ohne die hätte ich Påls Website und alle folgenden von anderen Leuten nicht machen können. Peter und ich verstanden uns auf Anhieb und einige Monate später fragte er mich, ob ich seine WordPress-Einführungen (und später die in HTML und CSS) im Rheinwerk Verlag begleiten würde. Seitdem arbeiten wir nicht nur zusammen, sondern tauschen uns regelmäßig fachlich und bald auch freundschaftlich aus. Unser größtes „Baby“ neben den Büchern wurde später die Website, die wir für Little World gebaut haben.

Past perfect future tense

In dieser Aufzählung fehlen jetzt all die Abzweigungen, die sich ergeben haben, weil die hier erwähnten Projekte andere auf mich neugierig gemacht haben oder Dritte dazu veranlasst haben, mich weiterzuempfehlen. Vielleicht werden sich auch noch weitere Dinge und Kontakte daraus entwickeln. Aber begonnen hat dieser Weg, weil ich Fan von a-ha war und bin.

Wenn ich mir noch eine Sache wünschen könnte, dann wäre es, Magne vor allem zu seiner Kunst, zu seiner Musik und zu seinem Leben zu interviewen (er macht so viele interessante Dinge und hat dieselbe Herzerkrankung wie ich). Ein Interview per Mail würde mich schon glücklich machen.

Magnes Kunstbücher

Kommentare

4 Kommentare zu „This alone is love“

  1. It is amazing how your love for the band’s music became a gateway for your professional career. Also to be noted about the valuable friends that developed along the way, yes- this alone is love!

    1. Without the Furumaniacs we wouldn‘t have met. Csn you believe it has been already over 20 years ago?

  2. What a great story! You should try to get that interview with Magne. 🙂

    1. Oh, but how?
      How can you say
      That I didn‘t try? 😉

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