Das ist also der Block-Editor- Praxistest 1

Dieser Text ist kein Tutorial, sondern eine Dokumentation meines ersten Praxistests anlässlich von WordPress 4.9.8!

Ich teste den Block-Editor und bin schon mal froh, dass viele bei meinem letzten Test fehlenden Elemente jetzt da zu sein scheinen. Das Umschalten von Visuellem zu HTML-Editor ist allerdings unnötig kompliziert gemacht. Da wäre hier oben eigentlich noch genug Platz für einen Button wie früher die Registerkarte. Muss man sich halt an den Shortcut CTRL+Shift+Alt+M gewöhnen…

Wenn ich mit Enter einen neuen Absatz anfange, startet der Block-Editor auch einen neuen Textblock. Das ist gut. Ich hatte schon Angst, das müsste man auch jedes Mal durch Anklicken erledigen. Damit wäre das fließende Schreiben von Texten sehr gestört worden. Gut, da haben sie also mitgedacht.

Um weitere Einstellungen für den jeweils aktiven (angeklickten) Block zu sehen, muss man aber das Zahnrad rechts oben eine Seitenleiste dazu öffnen. Auf demselben Weg kann man sie auch ausblenden, wenn sie nicht gebraucht wird. Auf jeden Fall gebraucht wird sie aber für die Kategorien, Schlagwörter, Beitragsbild und zum Veröffentlichen.

Zwischenüberschriften

Dass man den Button für die Zwischenüberschrift da im Editor hat, wo man ihn gerade braucht, ist sehr praktisch. Auch dass er automatisch auf die h2 geht.

Das Einblenden der Optionen zum Einfügen von Zwischenüberschriften erfolgt via Enter-Taste. Bisher sehe ich da Einzelbild, Zwischenüberschrift und Galerie als Button. Mal sehen, ob man das noch individuell anpasssen kann (z.B. mit Button für hr, Anker etc.).

Schade ist, dass ich Blöcke nicht einfach so ändern kann, sondern erst löschen und dann den anderen hinzufügen muss. Immerhin kannn ich falsch eingefügte Blöcke einfach durch Entf löschen (sofern der Cursor richtig steht).

Solche individuell gestalteten Blöcke kann man sich über die drei Punkte rechts oben neben dem betreffenden Block zur Wiederverwendung mit eigenem Namen speichern und findet sich dann über das Auswahlmenü (s. unten) wieder.

Bilder

Wenn ein Bild von Text umflossen werden soll, muss ich erst das Bild einfügen und dann das Layout desselben durch die oben links darüber erscheinende Menüleiste ändern. Dann muss ich daneben einen Textblock manuell einfügen? Das wäre ja echt doof gemacht. Sieht hier aber gerade so aus. Überseh ich was?

Außerdem umfließt das nicht richtig, sondern fügt oben (und unten?) einen Abstand hinzu, der im Text nachher wie ein Loch aussieht. Ach guck, das Loch erscheint im Frontend gar nicht. Aber hieß es nicht, Gutenberg zeigt im Backend alle soe wie im Frontend? War das nicht gerade eines der Ziele der Umstellung, von wegen WYSIWYG und so?

In Relation zum Text verschieben lässt sich das Bild nicht, nur in der Größe ändern. Dabei erscheinen leider keine Werte. Die sieht man nur, wenn man parallel dazu das Zahnrad oben rechts im Editor anklickt.  Ich kann nur die Positionierung hinsichtlich links oder rechts oder gar nicht umflossen bzw. zentriert und die Reihenfolge der Blöcke ändern. #HURZ

Was anderes als p, h oder img

Das Auswählen einer anderen Blockart als Absatz nach Hinzufügen via Enter erfolgt durch  Eingabe des Schrägstrichs /. Hier findet man dann auch Blöcke für Listen und Zitate sowie die eigenen gespeicherten Blöcke.

Die Option für eine Trennlinie (hr) findet sich über das Anklicken des Pluszeichens beim Einfügen eines neuen Blocks und dann unter Layout-Elemente. Über das Pluszeichen finden sich alle vorgefertigten und individuell gespeicherten Blöcke. Dort gibt es jetzt auch Optionen für Spalten, Buttons etc.

Das Setzen von Ankern konnte ich nicht finden. Das muss man dann wohl manuell im HTML machen. (Gab‘ vorher ja auch nur via Plugin als Menübutton.) Schick finde ich die Option für Initialen.

Kompatibilität mit Plugins

All in one SEO und Shariff Wrapper scheinen weiterhin wie gewohnt zu laufen. WP Featherlight ist aus dem Editor verschwunden.

Galerien

Außerdem verschwunden ist die Option auf verschiedene Bildgrößen beim Einfügen von Galerien. Die wird jetzt automatisch je nach Spaltenzahl und Beschneidung angepasst, was man beides erst nach dem Einfügen der Galerie in der rechten Spalte justieren kann. Schade… Hoffentlich bessert Featherlight noch mit einem Update nach. UPDATE: Featherlight wurde inzwischen im Hinblick auf Gutenberg aktualisiert, ich konnte es aber noch nicht testen.

Fazit

Es wird einige Umgewöhnung erfordern, aber es sollte nicht zu schwierig sein, sich mit dem Block-Editor anzufreunden. Ich hatte es mir ehrlich gesagt schlimmer vorgestellt.

Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung im Projekt Gutenberg, die mit dem Editor ja noch nicht abgeschlossen ist. Ähnlich wie in Elementor sollen die Blöcke ja auch zum Page- und Sitebuilding nutzbar gemacht werden.

Was ich für verbesserungswürdig halte:

  • Das Wechseln von Blockarten (ich sollte mich beim Schreiben umentscheiden können, ohne den ganzen Block löschen und neu schreiben zu müssen)
  • Bildtexte (Das Hinzufügen sollte optional statt standardmäßig sein. Dafür sollte das Hinzufügen von Alternativtexten obligatorisch werden.
  • HTML (Die Auskommentierung für die Blockarten finde ich überflüssig. Wer HTML kann, weiß auch so was da steht und benötigt keine redundante Übersetzung.)

Noch nicht angeschaut hab ich mir die verschiedenen Embed-Funktionen, da Embedding an sich rechtlich gesehen schwierig ist. Vielleicht gibt es dazu noch einen detaillierten Artikel anderswo?

Titelfoto: pixabay


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7 Antworten auf „Das ist also der Block-Editor- Praxistest 1“

Danke, dieser Test steht mir auch noch bevor. Zum einen für mich – ich benutze immer die Textversion, schreibe also das HTML (und, wenn auch selten, inline-CSS) selbst; zum anderen für einen Verein, dessen Server & Blog ich betreue, und von denen niemand HTML kann. Die sind also auf WYSIWYG angewiesen. Und da mache ich mir schon Sorgen, ob sie die Umstellung packen. Denn das sind natürlich alle Ehrenamtler, die entsprechend wenig Zeit & Lust haben dürften, sich jetzt auch noch in einen neuen Editor einzuarbeiten.

Allerdings gibt es wohl auch eine Möglichkeit, die Zwangs-Umstellung zu verhindern: How To Disable Gutenberg (gefunden von Alex). Das wäre wohl die Alternative, falls man mit Gutenberg so gar nicht klarkommt. Zumindest, solange der alte Editor weiterhin im WordPress-Core existiert.

Noch ist der Gutenberg-Editor optional. Wenn er dann mit WordPress 5.0 Standard wird, kann man ihn aber mit dem Plugin Classic Editor deaktivieren.

Ich bin seit 3 Beiträgen auch mit Gutenberg zugange. So langsam bekomme ich schon eine gewisse Routine. Allerdings stört mich kolossal, dass ich für jeden Block meine persönliche Formatierung für Schriftgröße und Farbe einzeln einstellen muss. Da wünsche ich mir eine Voreinstellung für alle Blöcke bis auf Widerruf. Oder gibt es die schon und ich habe sie einfach noch nicht gefunden? Übrigens: Zum HTML-Editor kommst du statt mit CTRL+Shift+Alt+M auch über die 3 Punkte oben rechts und dann Code-Editor anklicken. Blöcke an falscher Stelle kannst du mit den Häkchen vor dem jeweiligen Block verschieben bis sie da sind wo du sie haben willst. Auch neue Blöcke kannst du so dazwischen schieben. So ganz warm bin ich mit Gutenberg noch nicht geworden. Vielleicht wird das ja noch.
Liebe Grüße
Claudia

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