Weggefährten und irgendwie dauernd Bücher…

Rheinpromenade Bonn-Beuel

Schon länger habe ich das Bedürfnis, mal etwas über die Menschen zu schreiben, die mein Leben durch ihre Begleitung besonders bereichern. Menschen, die mich durch unser Zusammentreffen weitergebracht haben oder es immer wieder tun. Denn je öfter ich das erleben darf, umso früher wird es mir bewusst, wenn sich jemand Neues zu diesen Menschen gesellt. Das ist einerseits wunderschön, aber macht andererseits auch sehr wehmütig… Zeit, mal Danke zu sagen:

Am Anfang war…

Wer in den vergangenen Wochen in irgendeiner Weise mit mir zu tun hatte, dem brauche ich nicht zu sagen, wer es ist, der mich aktuell des Weges begleitet und damit auf die Idee zu diesem Artikel gebracht hat. 😉 Gerade habe ich ihm „In alle Ewigkeit“ vorgelesen, das die Geschichte von R. und mir erzählt. Danach waren wir beide sehr berührt und ich bekam das Bedürfnis, das hier aufzuschreiben.

Viele Leser denken, „In alle Ewigkeit“ handle von meinem Mann Thomas. Sie handelt aber von R., der mein Leben auf ganz einschneidende Weise verändert hat, ohne es zu wissen. Mit seinem Unfall ist damals meine Welt eingestürzt und mit dem, was er mir später gesagt hat, ist sie schöner als zuvor neu erstanden. Alles was da steht, ist genauso passiert!

Dass ich solche bereichernden Begegnungen nicht nur mit einer Person, sondern gleich mit mehreren erleben darf, ist sicher außergewöhnlich. Und all diese Begegnungen haben irgendwie mit dieser einen mit R. zu tun. Denn ich wollte daraus einen Roman machen, doch statt dessen…

Neue Themen entdecken

R. bat mich, seinen Fall (Schädel-Hirn-Trauma nach Autounfall) für einen Roman zu verändern. Also überlegte ich, welche Folgen so ein Unfall noch haben könnte – und landete beim Thema Querschnittlähmung. Das Problem dabei: Ich hatte absolut keine Ahnung von der Sache. 🙂 Also fing ich an zu recherchieren, lernte dabei Rasso Bruckert kennen, der mir riet, ich solle doch erst mal ein paar weitere Rollifahrer und damit das Thema besser kennenlernen, bevor ich weiter an dem Roman arbeiten würde.

So lernte ich dann u.a. Alex kennen, der mich seitdem (auch durch viele Widrigkeiten) begleitet. Und ich traf meinen späteren Mann Thomas, der mich seither auf unzählige Weise bereichert und mir überhaupt erst die Möglichkeit gibt, mich so zu entfalten, wie der Weg sich grade auftut. Ohne ihn wäre nichts von all dem, was seither passiert ist, möglich gewesen! 🙂

Nach meinem Umzug zu Thomas nach Bonn wurde ich im Bereich Inklusion und Behindertensport mit Holger Nikelis aktiv. Gleichzeitig entstand 2sames und ich verfasste mein Infoblatt zur Berichterstattung über Menschen mit Behinderung, das später von Leidmedien.de aufgenommen wurde.

Mit- und voneinander lernen

Über 2sames lernte ich Timo kennen, der mich zu Peter Müllers Little Boxes brachte, aus denen ich HTML und CSS lernte. Mit diesem Wissen ausgestattet führte die Begegnung mit Pål H. Christiansen zum nächsten Wegstück, auf dem wir nicht nur Påls Bücher voran brachten (und ich Jon und Fjodor und Felix und Morten kennenlernte).

Vom selben Weg ausgehend wurde ich auch zum Blogger, Netzmenschen und schließlich zum Facebook-Guru. Ich schrieb dazu selbst zwei Bücher, von dem eines sogar ein Bestseller wurde. Über diesen Bestseller wurde dann o.g. Peter Müller auf mich aufmerksam, wir lernten uns besser kennen und arbeiten inzwischen zusammen. Dabei haben wir einen Riesenspaß und lernen beide mit- und voneinander.

Als Netzmensch ging natürlich vor zwei Jahren #einBuchfuerKai nicht spurlos an mir vorüber. Anfang des Jahres führte dann eins zum anderen und so kam ich zu meinem neuesten Weggefährten Kai-Eric Fitzner und zu #einRadfuerKai. Wir skypen nach wie vor – wenn möglich – jeden Tag. Gerade heute wieder über zwei Stunden lang. Und egal, ob wir dabei lachen oder weinen, ich genieße diese Zeit sehr bewusst und ich freue mich sehr auf unseren weiteren gemeinsamen Weg! 🙂

Doch noch ein Roman

Was aus dem anfangs erwähnten Romanprojekt geworden ist? Das ging irgendwann bei mir unter. Aber das Universum (oder wer oder was auch immer) vergisst nichts… Vor ein paar Monaten sprach mich Heike via 2sames an, ob ich sie nicht beim Schreiben ihres nächsten Romans begleiten könne. Da gehe es um die Beziehung einer jungen Frau mit einem Rollifahrer, aber leider kenne sie selbst da ja niemanden wirklich näher… Ihr Roman erscheint nun bald als eBook im Herbst (mehr dazu bald ausführlicher hier im Blog).

Und dann waren da noch…

Ich habe hier sicher einige Menschen nicht genannt, die es auch verdient hätten, aber dann wäre die Wegbeschreibung noch komplizierter geworden. Allen voran sicher Irmtrud, Michel, Rebecca, Sabria, Mia u.v.m.

Und irgendwie kommen hier dauernd Bücher vor…?

Meine Freundin Charlie (noch so eine wichtige Wegbegleiterin, zusammen mit Mer & Joolz) sagte kürzlich, dass sie meinen Weg nicht einfach so sieht,  dass er durch eine Begegnung abgelenkt wird, aber immer auf derselben Ebene weiterschlängelt. Sie habe vielmehr den Eindruck, dass mein Weg sich wie in einem Computerspiel bei jeder wichtigen Begegnung auf ein nächsthöheres Level begebe, wobei die früheren Begegnungen Neues zu meiner „Magie“ hinzugefügt hätten, die ich auf dem weiteren Weg mit anderen benötige, um dann mit denen wieder ein Stück weiter zu kommen.

Wenn „höheres Level“ ein reicheres Leben als vorher beschreibt, dann ist da sicher was Wahres dran. Und dafür bin ich wie gesagt sehr sehr dankbar!

Also, liebe Weggefährten! Fühlt Euch alle gar heftigst gedrückt! Ich bin sooo froh, dass Ihr da seid und meinen Weg begleitet! 🙂

 

Foto © Annette Schwindt

Annette Schwindt
Ich bin entweder selbst schreibend tätig, oder wirke für andere als Kommunikations-Katalysator. Das bedeutet: Ich begleite andere bei ihrem eigenen Projekt und bringe sie durch Beratung und Vernetzung voran. Interesse an einer Zusammenarbeit? Übrigens: Ich verorte mich selbst im autistischen Spektrum, ich (re)agiere also nicht immer so, wie andere es erwarten. ;-) Aber keine Angst: Ich beiße nicht, denn vor allem bin ich eins: Ein Mensch! - Beiträge per Mail abonnieren -

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